Sonntag, 19. November 2017

[Rezensioin] Beautiful Liars - Verbotene Gefühle

Titel: Beautiful Liars - Verbotene Gefühle
Autor: Katharine McGee
Verlag: Ravensburger Verlag
Seiten: 512
Preis:  17,00 [D] (Hardcover)
ISBN: 978-3-473-40153-6

Ganz herzlichen Dank an den Verlag für die Bereitstellung des Buches!

Inhalt:
Manhattan, 2118: Im Penthouse des höchsten Gebäudes der Welt feiern die Reichen und Schönen eine rauschende Party. Für fünf von ihnen wird nach dieser Nacht nichts mehr so sein wie zuvor. Die wunderschöne Avery, die intrigante Leda, die verführerische Eris, die verzweifelte Rylin, der ehrgeizige Watt - einer von ihnen wird den Abend nicht überleben.

Protagonisten:
Avery entspricht der absoluten Vorstellung von Schönheit. Blond, schlank und strahlend. Sie ist der Innbegriff von Perfektion für alle anderen und doch stecken tief in ihr verzweifelte Wünsche, Ängste und Geheimnisse, die eine unaufhaltsame Lawine ins Rollen bringen.

Leda ist Averys beste Freundin, doch nachdem sie zurück in den Tower kommt und niemandem von ihrem Sommer in der Entzugsklinik erzählt, beginnt ihre Freundschaft zu bröckeln. Ihre Gefühle zu Averys Adoptivbruder Atlas, ihre schnell aufbrausende Eifersucht und Wut sowie die Tatsache, dass sie sich selbst am Ende nicht unter Kontrolle hat, lassen die Dinge eskalieren.

Eris ist der Charakter, der mich persönlich am meisten berührt hat. Sie hat eine der größten Entwicklungen durchgemacht, nachdem das Schicksal ihr einen Schlag nach dem anderen versetzt hat. An ihrem Beispiel sieht man deutlich, wie schnell man von ganz oben nach ganz unten fallen kann. Sie wirkt sprunghaft, verführerisch und wie ein klischeehaftes, reiches und verwöhntes Mädchen, bis jemand ihr zeigt, wie anders das Leben noch sein kann.

Meine Meinung:
Dieses Buch hält ein absolutes Wechselbad der Gefühle bereit. Freude, Wut, Unglauben und Entsetzen wechseln sich in einem rasanten Tempo ab und lassen einen nur so durch die Seiten fliegen.
Anfangs war es ein bisschen schwierig für mich, in die Geschichte hineinzufinden, da in jedem Kapitel eine andere Person vorgestellt wurde, doch nach und nach konnte ich jeden zuordnen, habe ihre verschiedensten Lebenssituationen, Charakterzüge und Geschichten kennengelernt. Ihre Geheimnisse, Abgründe und heimlichen Wünsche.
Das Setting für dieses Buch ist perfekt gewählt. Der Tower, dessen Ausmaße ich mir einfach nicht vorstellen kann, ich einfach nicht zu fassen bekomme, obwohl die Autorin diesen Ort in all seiner Vielschichtigkeit beschrieben hat, verbirgt Neid und Missgunst hinter Glanz und Glamour der Reichen und Schönen. Doch es ist nicht nur das, was mir ein beklemmendes Gefühl beschwert hat, sondern auch dieser unglaubliche technische Fortschritt. Nichts scheint mehr ohne Elektronik zu gehen, was einerseits faszinierend, andererseits beängstigend ist.
Im Laufe der Handlung kristallisiert sich immer mehr heraus, dass es in dieser glamourösen Welt nicht nur schwarz und weiß gibt, sondern viele Grautöne dazwischen. Die Charaktere werden mit ihnen konfrontiert: mit den Schattenseiten des Lebens, der Bedeutung von Freundschaft, Reichtum, Macht und Liebe und dass die Entfernung zwischen reich und arm nicht so weit wie fünfhundert Stockwerke sondern sehr, sehr viel kleiner ist.
Ich hatte keine Ahnung, in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln würde, denn es gab keinen erkennbaren "Bösewicht" im herkömmlichen Sinne und doch wurde ich nicht enttäuscht. Die Autorin hat ein Netz zwischen den Charakteren gespannt und eines führte am Ende zum anderen, sodass ich am liebsten die Zeit angehalten hätte, um den Showdown nicht miterleben zu müssen.
Der Schreibstil ist flüssig, bildhaft und gefühlvoll und trägt nur dazu bei, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen möchte.
Ich bin unfassbar gespannt auf den zweiten Teil und all die neuen und alten Lügen, Geheimnisse und Gefahren.




Samstag, 11. November 2017

[Rezension] Deadly ever after

Titel: Deadly ever after
Autor: Jennifer L. Armentrout 
Verlag: Piper Verlag
Seiten: 410
Preis:   10,00 [D] (Broschur)
ISBN: 978-3-492-31173-1           


Inhalt:
Vor zehn Jahren entkam Sasha nur knapp einem Serienkiller, der mehrere Frauen auf bestialische Weise hingerichtet und als Bräute drapiert hat. Schwer traumatisiert verließ sie ihre Heimat und brach alle Kontakte ab. Doch nun kehrt sie zurück, um ihrer Mutter im Hotel zu helfen. Als Sasha ihren attraktiven Exfreund Cole, mittlerweile FBI-Agent, wiedersieht, verspürt sie sofort heißes Herzklopfen. Und Cole hat auf sie gewartet. Doch bevor die beiden ihre Sehnsucht stillen können, wird eine tote Frau geborgen. Genau dort, wo der Serienkiller vor zehn Jahren seine Leichen deponierte …

Protagonisten:
Sasha ist gerade einmal 29 Jahre alt und hat in ihrem Leben schon Unvorstellbares durchmachen müssen. Nun kehrt sie nach Hause zurück und man merkt, dass sie immer noch sehr mit den Geistern der Vergangenheit zu kämpfen hat. Trotzdem versucht sie irgendwie ins Leben zurückzufinden und wird dabei von ihrer Mutter, ihrer einzigen besten Freundin Miranda sowie Cole unterstützt. Sie ist eine starke Frau, die nicht aufgibt und sich ihren Ängsten stellt. Ich kann mich ganz und gar nicht in sie hineinversetzen - nicht bei dem, was sie erleben musste - und fand es nur normal, dass sie manchmal die Nerven verloren hat.

Cole - nun ja, was soll man zu ihm groß sagen - ist unbestreitbar verboten attraktiv, ein Gentleman, dem es vor allem darum geht, Sasha zu beschützen. Er ist für sie da, sorgt sich um sie und bleibt hartnäckig, wenn es um ihre Sicherheit geht, egal wie unbedeutend die Situation zu sein scheint.

Meine Meinung:
Ich habe von Jennifer L. Armentrout bisher nur die Lux-Reihe gelesen und weiß daher trotzdem wie gut sie es versteht, mit Worten umzugehen, ihren Charakteren Leben einzuhauchen und mit ihren Gefühlen zu spielen. Nachdem ich bei ihrer Lesung in Berlin gewesen bin, war ich total gespannt auf das Buch, vor allem, da ich sehr gerne Thriller lese, aber noch nie einen in Kombination mit Erotik.
Es fiel mir leicht, in die Geschichte hineinzukommen. Sashas Umfeld und das Dilemma, in dem sie sich befindet, werden in einem angenehmen Tempo dargestellt und die Spannung ist von Beginn an vorhanden. Da das Buch aus Sashas Sicht geschrieben ist, fällt es einem leicht, in ihre Gedanken- und Gefühlswelt einzutauchen, sie und ihre Konflikte kennenzulernen. An einigen Stellen hätte ich persönlich noch ein bisschen mehr Paranoia ihrerseits erwartet, denn ich würde mich beispielsweise nicht alleine auf einen verlassenen Friedhof trauen.
Man merkt von Coles erstem Auftauchen, dass die Luft zwischen ihm und Sasha knistert und will zum einen wissen, wie es mit ihre und ihm weitergeht, aber auch, wer hinter den plötzlichen Unfällen, neuen Morden und vermissten Frauen steckt.
Ungefähr ab der Mitte des Buches hatte ich eine vage Ahnung, wer der Täter ist und sie hat sich bewahrheitet. Trotzdem hat das der Spannung keinen Abbruch getan, denn es tauchten Verbindungen zwischen Charakteren auf, mit denen ich absolut nicht gerechnet hatte.
Beim großen Showdown habe ich mit Sasha gezittert, obwohl es natürlich logisch war, dass es ein Happy End geben musste.
Das ein oder andere Mal bekam man sogar Einblicke in die sadistischen Gedanken des Mörders, was die Geschichte noch weiter voran getrieben hat.
Es ist weder ein richtig "harter" Thriller noch ein übertrieben erotisches Buch. Die Mischung macht´s würde ich behaupten und der Unterhaltungsfaktor ist auf alle Fälle gegeben.


Freitag, 3. November 2017

[Rezension] Morgentau - Abendsonne - Nachtblüte

Titel: Band 1: Morgentau - Die Auserwählte der Jahreszeiten
            Band 2: Abendsonne - Die Wiedererwählte der Jahreszeiten
            Band 3: Nachtblüte - Die Erbin der Jahreszeiten
            Band 4: Tagwind - Der Bewahrer der Jahreszeiten (erscheint am 30.11. bei Carlsen)
Autor: Jennifer Wolf
Verlag: Carlsen
Seiten: alle drei Teile um die 300
Preis:  7,99 [D] (Taschenbuch)            


Inhalt:
Morgentau: Die Erde liegt unter einer dicken Schneedecke, Eis und Kälte herrschen überall. Nur noch ein kleiner Landfleck ist bewohnbar, wo die Erdgöttin Gaia die letzten ahnungslosen Menschen angesiedelt hat. Hier lebt auch Maya Jasmine Morgentau, eine der göttlichen Hüterinnen. Alle hundert Jahre wird unter ihnen eine Auserwählte dazu bestimmt, das Gleichgewicht der Natur aufrechtzuerhalten. Sie darf die vier besonderen Söhne der Gaia kennenlernen, den Frühling, den Sommer, den Herbst und den Winter. Für einen muss sie sich entscheiden und sich ein Jahrhundert an ihn binden. Doch jeder der Söhne hat seine Stärken und Schwächen. Sollte Maya die Auserwählte werden, für wen würde sie ihr Leben hergeben?

Abendsonne: Als eine gewöhnliche Tochter der letzten bewohnbaren Stadt auf Erden gehört Daliah eigentlich aufs Feld. Dort pflückt sie von klein auf Lavendelblüten und unterstützt ihre Familie. Doch dann wird sie von Göttin Gaia dazu auserkoren, ihre vier Söhne kennenzulernen. Für einen von ihnen muss sie sich entscheiden und sich hundert Jahre an ihn binden. Auf wen wird ihre Wahl fallen? Den verspielten Frühling, den selbstsicheren Sommer, den tiefgründigen Herbst oder den verschlossenen Winter?

Nachtblüte:
Ilea Sola Sommerkind kann Licht brechen und eine warme Brise herbeirufen. Sie ist nicht das einzige Jahreszeitenkind auf der Erde und dennoch ist sie etwas Besonderes, denn nur sie stammt vom Sommer ab. Und so ist ihr Heim auch dasjenige, das sich der Sommergott diesmal für seinen Aufenthalt ausgesucht hat. Als er jedoch schwer verunglückt, muss sie einen weiteren Gott beherbergen: Aviv, den Frühling, der seit fünfhundert Jahren den Frauen entsagt und die Erde gemieden hat…

Tagwind:
Yannis Tagwind zählt nicht nur zu den attraktivsten Junggesellen Hemeras, sondern ist auch mit Abstand der warmherzigste und liebenswerteste Mann, der jemals unter der Göttin Gaia gelebt hat. Für seine Familie würde er sein Leben geben. Während diese darauf hofft, dass er sich bald eine Frau sucht, gehört sein Herz jedoch jemandem, den er nicht lieben darf. Die beiden trennen ganze Welten an gelebter Zeit. Doch Yannis könnte den Lauf der gesamten Erdengeschichte ändern…

Protagonisten:
Aviv ist der Frühling und Sohn der Göttin Gaia. Er ist der älteste der vier Brüder, von der Art her zurückhaltend, schüchtern, aber trotzdem liebevoll, freundlich und hat etwas jungenhaftes an sich. Zusammen mit seinem Tiergeist, dem ziemlich verrückten und lustigen Eichhörnchen Nutty lebt er in einer wundervollen Frühlingswelt, doch in Band drei stellt man fest, was alles hinter seiner Fassade verborgen ist.

Sol ist der Sommer und wahrscheinlich der Typ von Mann, denn sich jede Frau wünschen würde. Zumindest vom Aussehen her. Mit seiner selbstbewussten, selbstsicheren Art, die leicht mit Arroganz zu verwechseln ist, kann er ziemlich einschüchternd werden, doch liest man Band drei, erwartet einen am Ende eine ziemliche Überraschung. Sein Tiergeist in der Delfin Seth.

Jesien ist der Herbst und von allen vieren mein Lieblingscharakter. Er trinkt sehr gerne Wein, was wirklich typisch für die Jahreszeit Herbst ist und vom Charakter her ein wundervoller Halbgott. Liebevoll, verständnisvoll und wenn man sich nicht gerade in ihn verliebt, ein Freund wie man sich keinen besseren wünschen könnte, denn ihm liegt das Wohl derer, die ihm etwas bedeuten, sehr am Herzen. Sowa, sein Tiergeist, ist eine Eule und sein treuer Gefährte.

Nevis ist der jüngste der vier Brüder und seine Jahreszeit ist der Winter. Er ist derjenige, der nicht in das harmonische Bild der perfekten Halbgötter hineinpasst. Die lange Einsamkeit hat ihn bitter und abweisend werden lassen, der Umgang mit ihm stellt eine große Herausforderung dar. Sowohl für seine Brüder, aber vor allem für Maya. Die Einzige, die seine Einsamkeit ein bisschen mindern kann, ist seine Wölfin Iria. Liebe anzunehmen scheint für ihn so schwer wie das Erklimmen des Mount Everests für uns.

Meine Meinung:
Alle drei Bücher habe ich hintereinander weggelesen, was wahrscheinlich an der Seitenzahl gelegen hat. Mit knapp 300 Seiten eignen die Bücher sich hervorragend für einen gemütlichen Nachmittag auf der Couch. Jennifer Wolfs Schreibstil ist einfach, aber flüssig und angenehm zu lesen. Er strahlt eine unglaubliche Ruhe aus, was der Spannung aber keinen Abbruch tut. Gaias Reich, die Heimat der vier Brüder sowie Hemera wird so atmosphärisch beschrieben, sodass man sich förmlich vorstellen kann, wie schön es dort sein muss.
Wenn man glaubt, dass zumindest die ersten beiden Teile im Grunde gleich ablaufen müssten, irrt man sich gewaltig. Jedes Buch steckt voller Überraschungen und birgt neben den Halbgöttern viele verschiedene, starke Charaktere. Daliah war mir von den drei Mädchen am sympathischsten, da sie schlagfertig, witzig und sehr entschlossen ist.
In allen drei Teilen durchlebten die Charaktere Höhen und Tiefen, die mich emotional ziemlich mitgenommen haben. Natürlich ist von Anfang an klar, wer sich in wen verliebt und schon die Namen der weiblichen Figuren schreien förmlich nach einer Liebesgeschichte voller Kitsch, doch nichts verläuft ohne Hindernisse sowie ungeahnter Wendungen und dadurch fliegt man nur so durch die Seiten, denn man will wissen, ob alle ihr Happy End bekommen.
Teilweise waren mir die Dialoge leider zu aufgesetzt und unwirklich, doch wenn man nicht so anspruchsvoll ist und einfach eine Weile in die märchenhafte Welt der Jahreszeiten abtauchen möchte, eignen sich diese Bücher perfekt dazu.  



[Rezension] Die Shannara Chroniken - Die Erben von Shannara - Heldensuche

Titel: Die Shannara Chroniken - Die Erben von Shannara 1 - Heldensuche
Autor: Terry Brooks 
Verlag: blanvalet Verlag
Seiten: 542
Preis:    9,99 [D] (Taschenbuch)
               10,30 [A]
ISBN: 978-3-7341-6139-1              


Inhalt:
Der letzte Druide Allanon ist bereits seit drei Jahrhunderten tot. Inzwischen ist in den Vier Ländern Magie verboten, und die sogenannten Sucher verfolgen jeden, der ihre Gesetze missachtet. Da erhält Par Ohmsford von Allanons Schatten den Auftrag, das Schwert von Shannara zu finden und die Vier Länder von der Unterdrückung der Sucher zu befreien. Doch als er die mächtige Waffe endlich in den Händen hält, macht Par eine grausame Entdeckung – und steht vor der schwersten Entscheidung seines Lebens.

Protagonisten:
Par Ohmsford ist der Nachfahre Jair Ohmsfords, den man bereits aus "Das Lied der Elfen" kennt und besitzt wie eben dieser die Magie des Wünschelieds, um Illusionen zu erzeugen. Pars Geschichte spielt aber wie im Klappentext erwähnt drei Jahrhunderte später und dementsprechend haben die Vier Lande sich auch verändert. Die Anwendung von Magie ist nun von der Föderation verboten und Magienutzer werden verfolgt. Die Elfen sind verschwunden, die Zwerge werden nach und nach ausgerottet und eine neue Dunkelheit droht, das Land zu vernichten. Par, dem man seine Elfenherkunft deutlich ansieht, ist jemand, der sich von seinem Ehrgeiz leiten lässt, nicht nachgibt, wenn er sich etwas in den Kopf gesetzt hat, auch wenn es sein oder andere Leben in Gefahr bringt. Überzeugt von den Worten Allanons Schatten begibt er sich auf die Suche nach dem Schwert von Shannara.   

Walker Boh ist ebenfalls ein Ohmsford, der aber auch von Kimber Boh ("Das Lied der Elfen") abstammt und wird als "Dunkler Onkel" bezeichnet. Er lebt zusammen mit einem riesigen Wildkater vollkommen abgeschieden von allen anderen in der Wildnis. Auch er ist der Magie mächtig, hält sie aber im Gegensatz zu Par nicht für eine Gabe sondern für einen Fluch, der ihn der Willkür der Druiden ausliefert, die die Ohmsfords seiner Ansicht nach immer nur ausgenutzt haben. Er ist ein verbitterter Mann, der nicht einfach das tut, was Allanons Schatten im aufträgt.

Wren Ohmsford ist Pars Cousine und führt ein unbeständiges Leben bei den Fahrenden. Anders als Par und Walker beherrscht sie keine Magie, wird aber trotzdem von Allanons Schatten auserwählt, um die Elfen zu suchen und zurückzubringen. Sie ist diesem unmöglichen Unterfangen nicht abgeneigt, zweifelt aber trotzdem an der Bewältigung dieser Aufgabe.  

Meine Meinung:
Wer meine letzten drei Rezensionen zu Terry Brooks Shannara Chroniken kennt, der weiß, wie sehr ich diese Bücher liebe und ich kann mich auch bei diesem neuen Teil nur wiederholen. Cover top, Geschichte top, Schreibstil top, Charaktere top. Auch wenn ich gestehen muss, dass ich Par nicht sehr sympathisch fand. Alle anderen dafür umso mehr. Einen winzigen Minuspunkt gibt dafür, dass Allanon tot ist, da er mein absoluter Lieblingscharakter war. Immerhin kommt noch als Schatten vor und ist nicht komplett verschwunden. 
Wer jetzt sagt, es ist ja immer das gleiche ... es stimmt schon. Allanon beauftragt einen Ohmsford mit einer scheinbar nicht erfüllbaren Aufgabe, dieser macht sich auf den Weg, findet Weggefährten, gerät mehr als einmal in tödliche Gefahr, kann sich irgendwie retten, es kommt zum Krieg zwischen Rassen, Königreichen oder unterschiedlichen Fraktionen, Dunkelheit in Form von fürchterlichen Kreaturen legt sich über das Land, Charaktere sterben und letztendlich gibt es zumindest teilweise ein Happy End. 
Trotzdem ist jedes Buch eine neue Reise für sich und Terry Brooks Schreibstil einfach unbeschreiblich gut, denn er vermag es, Orte, Handlungen und Personen voller Details zu beschreiben ohne es langweilig werden zu lassen und ich werde jedes Mal wieder vollkommen in die Geschichte hineingezogen. Die Spannung bleibt vom Anfang bis zum Ende, man fiebert mit Par, seinem Bruder Coll, mit den Zwergen Steff und Teel, mit Morgen Leah, den Geächteten und Walker Boh.
Der Schluss war diesmal besonders fies, da das Buch ja erst der Anfang einer Reihe ist, die bisher insgesamt vier Teile umfassen soll und die Protagonisten ihre Aufgaben noch nicht einmal im Ansatz erfüllt haben. Die Wartezeit auf Teil zwei überbrücke ich dann mit der Serie zu den Büchern :)
 


Dienstag, 24. Oktober 2017

[Rezension] Nalia, Tochter der Elemente - Der Jadedolch

Titel: Nalia, Tochter der Elemente - Der Jadedolch
Autor: Heather Demetrios
Verlag: dtv Verlag
Seiten: 476
Preis:   10,95 [D] (Taschenbuch)
               11,30 [A]
ISBN: 978-3-423-71747-2


Danke an den dtv Verlag und @welovetoshare für das Rezensionsexemplar

Inhalt:
Luxus, Eleganz und der Glamour Hollywoods, das ist die Welt der 18-jährigen Nalia. Trotzdem ist ihr einziges Ziel zu fliehen. Denn sie ist eine Dschinn und als Sklavin des geheimnisvollen Malek Alzahabi auf der Erde gefangen. Ihre wahre Heimat ist Ardjinna, doch im Zuge eines grausamen Umsturzes wurde sie auf die Erde verschleppt. Sie dient Malek und ist an ihn gebunden, bis er seinen dritten Wunsch ausspricht. Doch das tut er nicht, denn er will sie keinesfalls gehen lassen. Er hat sich in sie verliebt. Dann taucht plötzlich Raif auf, Rebellenführer aus Ardjinna. Gegen ihren Willen fühlt sie sich unwiderstehlich zu ihm hingezogen. Er kann ihr Band zu Malek lösen. Doch das hat natürlich seinen Preis ...

Protagonisten:
Nalia ist eine Dschinn - eine Ghan Assouri, die höchste aller Kasten, Mitglied der kaiserlichen Familie, Herrscherin aller vier Elemente, Kriegerin, Sklavin, Schwester, Freundin und Geliebte. All diese Worte fassen auch ihren Charakter auf: mutig, stur, wild entschlossen, aber ebenso unsicher, verzweifelt und beschämt. Als Maleks Sklavin ist sie an ihn gebunden, will ihre Freiheit, die er ihr nicht geben möchte und mehr als nichts anderes auf der Welt will sie ihren Bruder retten.  

Raif ist Anführer der Rebellen in Ardjinna und wurde nach dem Tod seines Vaters viel zu früh vor dessen Aufgaben gestellt. Diese Last setzt ihn unter Druck und zusammen mit seiner Verachtung gegen die Ghan Assouri sieht er in Nalia zu Anfang bloß das Mittel zum Zweck.

Malek ist ein Mann mit Einfluss, Macht und Geld sowie einem Geheimnis, das nicht unerheblich für die Geschichte ist. Mal verhält er sich Nalia gegenüber liebevoll und sanft, bevor seine aggressive, wilde Seite zum Vorschein kommt. Im Grunde ist er berechnend, auf gefährliche Weise intelligent, doch seine vermeintliche Liebe zu Nalia macht aus ihm einen naiven Kerl voller Widersprüche.

Meine Meinung:
Ehrlich gesagt bin ich etwas zwiegespalten, was dieses Buch angeht. Die Idee um Dschinns in der modernen Welt hat es mir doch ziemlich angetan und auch die Geschichte Ardjinnas, dem Krieg und der Kasten war interessant und gut durchdacht. Zusammen mit den ganzen Rückblicken Nalias, die vielleicht etwas zu oft vorkamen, hätte man daraus sogar ein eigenes Buch machen können.
Ein Kritikpunkt meinerseits ist eindeutig die Liebesgeschichte Nalias und Raifs. Das ging mir wirklich viel zu schnell. Wie lange kannten die sich? Drei Tage? Und dann schon "Ich liebe dich"? Kein Kennenlernen, nichts. Gerade das hat mich sehr verwundert, da Nalia als Ghan Assouri eingetrichtert bekommen hat, dass Liebe Schwäche sei und nicht existiere. Und Raif, der sie immer wieder beleidigt hat, sie mit Verachtung anstarrte und dann plötzlich einsieht, dass er sich in sie verliebt hat ... ?
Nalias Reaktionen Malek gegenüber waren mir leider auch etwas suspekt. Einerseits hasst sie ihn, weil er ihr niemals die Freiheit schenken würde, aber wenn er sie küsst, lässt sie es zu und genießt es auch noch. Das hängt zwar alles mit ihrem Wunsch nach Freiheit und der Rettung ihres Bruders zusammen, aber trotzdem wirkte es auf mich so, als würde sie tatsächlich Gefühle für ihn entwickeln und er könne ja nichts für sein Verhalten (siehe Geheimnis). Ihre ständig wechselnden Gefühle, die sich drehen wie eine Fahne im Wind haben leider bewirkt, dass ich nicht recht mit ihr warm werden konnte.
Genug gemeckert. Kommen wir zum schönen der Geschichte. Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Die Autorin weiß, wie man eine magische, orientalische Atmosphäre erzeugt und so beschreibt, dass man sich die Orte bildlich vorstellen kann. Zwar ist L.A. jetzt nicht gerade meine Lieblingsstadt, denn sie vermittelt mir immer diese Klischees von Luxus, Oberflächlichkeit und Idealen, doch das ist nur meine persönliche Ansicht. Trotzdem passt das Setting genau aus diesem Grund sehr gut in die Geschichte. Auch die Spannung wurde bis auf einige Stellen im Mittelteil gehalten, sodass ich hintereinander weg gelesen habe, um zu wissen, was passiert.
Zum Ende hin kam dann plötzlich alles auf einmal, die Spannung stieg noch einmal an und der Schluss macht schon neugierig auf den zweiten Teil.


      

Samstag, 21. Oktober 2017

Frankfurter Buchmesse 2017 - Bücher und Begegnungen

Hey, ihr Lieben,

heute möchte ich Euch einige meiner Messeeindrücke vom Samstag zeigen.

Für mich war es die erste Buchmesse in Frankfurt und dementsprechend aufgeregt war ich. Vor allem, da ich die besondere Ehre hatte, beim Bloggerfrühstück mit Jennifer L. Armentrout zu malen. Am Freitagmittag ging es für meine Freundin, mich und meine Mutter sowie meinen Bruder mit dem Bus nach Frankfurt. Nach rund sieben Stunden Fahrt erreichten wir die Stadt und machten uns auf den Weg zu unserem Hotel, das zum Glück nicht weit vom Messegelände entfernt lag.

Am Samstag, der gleichzeitig mein Geburtstag war, standen wir bereits um acht Uhr dreißig vorm Café und während wir darauf warteten, eingelassen zu werden, unterhielten wir uns mit einigen anderen Bloggern. Als wir schließlich eingelassen wurden, gab es einen kleinen Begrüßungsempfang von Carlsen, HarperCollins und Piper und die Gewinner der Verlosung, die sich dann von mir bemalen lassen durften, wurden ausgewählt. Ihr glaubt nicht, wie aufgeregt ich war. Im Laufe der Zeit schwand die Aufregung dann aber, ich habe mich während des Malens super unterhalten, meine Freundin hat fotografiert und unsere Bücher von Jennifer L. Armentrout signieren lassen. Zu Essen gab es auch im Überfluss und niemand musste hungern. Nach anderthalb Stunden malen habe ich mich schließlich auch mit der Autorin unterhalten können und von ihr zu hören, dass sie Fan von dem ist, was ich tue, hat mich sehr berührt. Generell ist Jennifer L. Armentrout ein unglaublich lieber Mensch und hat die ganze Zeit über ihre gute Laune nicht verloren.

Ich und Jennifer L. Armentrout

Ich beim Malen
 
Die drei Ergebnisse

Die glücklichen Gewinnerinnen und ich :)

 
Danach ging es dann wirklich auf die Messe. Als erstes habe ich endlich Crissy Catella getroffen, die "Das Vermächtnis der Arrasis" geschrieben hat. Wir haben uns unterhalten, sie signierte mein Buch und auch Fotos wurden gemacht. Später war ich auf der Signierstunde von Sandra Regnier, während meine Freundin parallel bei Teri Terry anstand. Schließlich haben wir es uns angetan und uns bei Cassandra Clare angestellt und nach zweieinhalb Stunden in knallender Sonne und eingequetscht wie in einer Sardinenbüchse hatten wir unsere Signatur. Trotzdem war diese Signierstunde einfach nur schlecht organisiert. Ein weiteres Highlight war das Bookstagram-Treffen, bei dem ich endlich viele Gesichter mal in Real-life sehen konnte. Alle waren so lieb und es war der schönste Geburtstag, den ich bisher hatte.

Kira, Emily und ich

Ich, Lea und Isabell

Ich und Crissy Catella

Bei Sandra Regnier

Lesung von Cassandra Clare zusammen mit Mona Kasten 

Innenhof der FBM

Dienstag, 10. Oktober 2017

[Rezension] Der schwarze Thron - Die Königin

Titel: Der schwarze Thron - Die Königin
Autor: Kendare Blake
Verlag: Penhaligon Verlag
Seiten: 512
Preis:   14,99 [D] (Klappenbroschur)
               15,50 [A]
ISBN: 978-3-7645-3147-8


Da es sich um den zweiten Teil handelt, kann die Rezension Spoiler enthalten!

Inhalt:
Mirabella, Katharine und Arsinoe sind Drillinge, jede eine Anwärterin auf den Thron der Insel Fennbirn. Ihr Reich verlangt nach einer neuen Königin – doch damit eine von ihnen die Herrschaft erlangen kann, muss sie ihre beiden Schwestern eigenhändig töten. Der Kampf um den Thron ist längst entbrannt, und jede Königin muss sich entscheiden, ob sie leben oder sterben will. Doch während zwei von ihnen noch gegen ihre Bestimmung rebellieren, schreckt die Dritte auf dem Weg zur Krone vor nichts zurück.

Protagonisten:
Katharine ist in meinen Augen ein sehr tragischer Charakter. Sie muss sehr viel durchmachen und durchlebt in diesem Teil der Reihe eine bedeutende Veränderung. Sie ist nicht länger die schwache, unscheinbare Königin, der man nichts zutraut, sondern eine junge Frau, die mit aller Gnadenlosigkeit gegen ihre Schwestern und um die Krone kämpft. Mir war sie ehrlich gesagt ein wenig unsympathisch, denn ihre skrupellose Art sowie die Weise, wie sie sich mit Gift vollstopft und die Schmerzen sogar zu genießen scheint, waren mir unheimlich. All das hat mit ihrem Sturz in die Spalte aus Band 1 zu tun, doch man erfährt nicht genau, was dort unten geschehen ist.   

Mirabella, die Elementwandler-Königin und scheinbar Stärkste der drei Schwestern zeigt immer deutlicher, dass sie ihre Schwestern - zumindest Arsinoe - liebt und um keinen Preis töten möchte. Damit schaffte sie eine ganz neue Ausgangsituation und wurde mir gleich noch sympathischer. Außerdem mag ich ihre Gabe von den drei magischen Gaben am liebsten, denn es ist immer wieder beeindruckend, wenn sie Blitze hervorruft oder ein Unwetter entstehen lässt. Sie nimmt nun zudem den Platz der Ruhigen, Hilfsbereiten ein.

Arsinoe ist die Königin mit dem großen Geheimnis, denn sie hat nicht das Talent, das sie vorgibt zu haben. Vom Charakter her ist sie ein sehr eigenwilliges und widerstandsfähiges Mädchen, das ihre Freunde niemals in Gefahr bringen würde, wenn es sich vermeiden lassen könnte. Sie will leben, weiß aber auch, dass vor allem Katherine es auf sie abgesehen hat. Ihr Überlebenswille, die Loyalität ihren Freunden gegenüber und ihr Geheimnis machen sie zu einer spannenden Komponente im Kampf um den Thron, die so einiges durcheinander bringt.

Meine Meinung:
Bevor ich zum Inhalt komme, ein Wort zum Cover: wunderschön! Zusammen mit Band 1 sieht es noch besser aus, da beide Bücher gemeinsam eine komplette Krone ergeben.
Diese Fortsetzung war deutlich brutaler und düsterer als ich erwartet hatte, aber genau das hat es zu so einem tollen Leseerlebnis gemacht. Der Kampf um den Thron geht nun richtig los, beinhaltet eine Jagd sowie ein Duell und natürlich versuchen der Giftmischer-Clan um Natalia Arron sowie die Priesterinnen um Hohepriesterin Luca einen Plan zu entwickeln, um die Gegner auszuschalten.
Obwohl ich Katharine nicht wirklich mag, finde ich die Arrons - vor allem Natalia - sehr faszinierend und war schockiert über dieses eine Ereignis relativ am Ende.
Die Spannung war sehr viel mehr vorhanden, als in Band 1 und wurde von Kendare Blake die gesamte Handlung über konstant hoch gehalten. Es gibt Lügen, Intrigen und Kämpfe und eine Menge unerwarteter Wendungen. Diese scheinen wirklich eine Spezialität der Autorin zu sein, sodass ich im Laufe der Geschichte mehrmals wirklich überrascht beziehungsweise schockiert wurde. Auch das Ende hatte es wieder extrem in sich und da noch eine Menge Fragen offen bleiben, hoffe ich sehr auf einen dritten Teil. Auch schreckt Kendare Blake nicht davor zurück, Charaktere sterben zu lassen, von denen man es am wenigsten erwartet hätte.
Der Schreibstil ist wie im ersten Teil sehr leicht zu verstehen für ein High-Fantasy-Epos und macht es dem Leser dementsprechend einfach, das Buch schnell durchzulesen. Verstärkt wird das auch noch durch die wechselnden Sichten pro Kapitel und am Ende hat man so ziemlich aus jeder Perspektive einen Blick auf die Geschehnisse bekommen.
Alles in allem eine sehr gelungene Fortsetzung, die mich mit vielen Fragen zurückgelassen hat.           

   

Montag, 2. Oktober 2017

[Rezension] Die sieben Farben des Blutes

Titel: Die sieben Farben des Blutes
Autor: Uwe Wilhem
Verlag: Blanvalet Verlag
Seiten: 479
Preis:   9,99 [D] (Taschenbuch)
               10,30 [A]
ISBN: 978-3-7341-0344-5


Inhalt:
Drei Morde in drei Monaten. Drei Frauen. Drei Verkündungen, in denen der Mörder von sieben „Heilungen“ erzählt. Die Berliner Polizei steht unter Druck. Doch dann ist die Serie mit einem Mal beendet und gerät in Vergessenheit – nur nicht für Staatsanwältin Helena Faber, die davon überzeugt ist, dass dies erst der Anfang war. Als ein Jahr später eine vierte Frau brutal ermordet wird, macht Helena Jagd auf den, der sich selbst Dionysos nennt. Es ist der Beginn eines Rennens gegen die Zeit, aber auch eines Kampfes ums Überleben, denn Helena ist ins Visier des Täters geraten. Und Dionysos wird nicht aufgeben, solange sie nicht „geheilt“´
 wurde …   


Protagonisten:
Helena Faber ist Staatsanwältin in Berlin und eine sehr ehrgeizige, willensstarke und ziemlich bewundernswerte Frau, die sich nichts einfach so gefallen lässt. Als zweifache Mutter und geschiedene Ehefrau muss sie sich gleichzeitig um ihre Töchter, den Haushalt und ihre Arbeit kümmern. Sie hat ein unglaubliches Gedächtnis, eine sehr schnelle Auffassungsgabe und die Kontrolle über jeden Bereich ihres Lebens - bis sie Dionysos begegnet. Von Beginn an war sie mir sympathisch, doch im Laufe der Geschichte fiel es mir teilweise recht schwer, ihre Handlungen nachzuvollziehen.

Meine Meinung:
Als Thriller-Fan hat der Klappentext sofort mein Interesse geweckt und das Buch konnte mich von Anfang an in seinen Bann ziehen, sodass ich es innerhalb weniger Tage durchgelesen hatte. Wie schon erwähnt ist Helena Faber die Hauptperson der Geschichte und eine sehr starke Frau. Sie lässt nicht locker und setzt sich durch, was ihr leider zum Verhängnis wird, aber trotzdem gut an ihr fand. Dafür kamen ihre Gefühle und Gedanken, vor allem in Szenen, in denen sie leiden musste, etwas zu kurz, sodass es etwas unpersönlich wirkte. Das tat der Spannung zwar keinen Abbruch, fand ich persönlich dennoch schade. Auch die anderen Charaktere wie Helenas Ex-Mann Robert oder ihre Töchter sind gut gelungen und spielen in der Hinsicht auf Helenas Privatleben eine wichtige Rolle. Dieses wird stark thematisiert und zeigt, wie sie Schritt für Schritt die Kontrolle über sich und ihr Umfeld verliert.
Dionysos als psychopathischer Mörder ist der ein gerissener Charakter, von dem ich mir noch mehr erhofft hätte. Zwar bekam man Einblicke in seine Gedanken, doch über seine Geschichte und wie er zu dem geworden ist, wie er beschrieben wird, hätte ich gerne mehr erfahren.
Durch die ziemlich kurzen Kapitel und die abwechselnden Sichtweisen war mir ziemlich schnell klar, wer hinter Dionysos steckt. Ab der Hälfte des Buches war es dann auch offensichtlich, doch auch wenn man als Leser bereits fast den kompletten Überblick hatte, wurde es nicht langweilig und ich habe mit Helene mitgefiebert, da sie auf Grund ihrer Amnesie den Verlauf der Geschichte stark beeinflusst hat.
Der Schreibstil ist sehr detailgetreu und an vielen Stellen nichts für schwache Nerven. Uwe Wilhelm beschreibt die grausamen Morde bis ins blutige Detail, sodass ich teilweise schlucken musste. Man lernt eine Menge über Berlin und seine Sehenswürdigkeiten sowie über das Thema Frauenhass. Besonders ansprechend fand ich die Verbindung zur griechischen Mythologie, die ich bisher noch in keinem Thriller erlebt habe. Überraschender Weise endete das Buch mit einem echt gemeinen Cliffhanger und ich war froh zu erfahren, dass ein zweiter Teil geplant ist.      


Mittwoch, 27. September 2017

[Rezension] Falling Kingdoms - Eisige Gezeiten

Titel: Falling Kingdoms - Eisige Gezeiten
Autor: Morgan Rhodes
Verlag: Goldmann Verlag
Seiten: 509
Preis:   9,99 [D] (Taschenbuch)
               10,30 [A]
ISBN: 978-3-442-48640-3              


Dieses Buch ist der vierte Teil der Reihe und die Rezension enthält deswegen Spoiler!

 
Inhalt:
Im Reich des Westens ist die junge Cleo aus dem besiegten Hause Auranos in der Ehe mit Prinz Magnus gefangen. Der Hass zwischen ihren Familien sitzt so tief, dass keiner von beiden sich eingestehen will, was sie wirklich füreinander empfinden. Doch Cleo fühlt sich auch zu dem kämpferischen Jonas von Paelsia hingezogen, der an nichts anderes mehr denken kann, als sie zu befreien. Derweil greift jenseits der Silbernen See eine gefährliche Macht nach der uralten Magie der Elemente, um die Herrschaft über alle Reiche an sich zu reißen. Nur ein Bündnis zwischen Magnus, Cleo und Jonas könnte die Gefahr noch abwehren.

Protagonisten:
Cleiona (Cleo) Bellos ist eine der Hauptcharaktere und benannt nach der auranischen Göttin Cleiona für die Essenzen Luft und Feuer. Sie ist die Tochter des inzwischen ermordeten Königs Corvin und Königin Elena, die kurz nach ihrer Geburt starb. Als Prinzessin, die sie ist, würde man sie für naiv, unwissend und verwöhnt halten, aber im Grunde ist sie ein freundliches, neugieriges und ziemlich temperamentvolles Mädchen, das sehr dickköpfig sein kann, wenn es um Dinge geht, die sie für nicht vertretbar hält. Sie lügt ohne rot zu werden, hat ihre Gefühle entgegen ihres Temperaments gut unter Kontrolle, spinnt Lügennetze und schafft es immer wieder dem Tod zu entrinnen.

Magnus Damora ist der Kronprinz von Limeros, Sohn von König Gaius Damora, genannt "Blutkönig" und Königin Althea Damora. Er sehnte sich immer nach der Anerkennung seines Vaters und hoffte, eines Tages ebenso zu werden wie dieser, doch Gaius zeigte ihm oft die kalte Schulter und Magnus begann, ihn zu hassen. Seine Worte enthalten viel dunklen Sarkasmus, Arroganz und Kälte. Er scheint unnahbar, verdrängt seine Gefühle für Cleo, leugnet sie, versteckt sie. Anders als die auranische Prinzessin ist er leicht zu verärgern, aber wenn es darauf ankommt, zeigt er bewundernswerte Beherrschung. Unter seiner harten Schale verbirgt sich jedoch ein sensibler, vernünftiger Kern, den aber kaum einer zu Gesicht bekommt. 

Neben den beiden gibt es noch Magnus´ Adoptivschwester Lucia Damora, die die Reinkarnation der mächtigen Zauberin Eva ist und über alle vier Elemente verfügt, den kämpferischen Rebellen Jonas Agallon, der bis zum bitteren Ende nicht versteht, wen er wirklich liebt und noch viele mehr. 

Meine Meinung:
Das zwischen diesen Büchern und mir lässt sich sehr gut als Hass-Liebe bezeichnen, denn zum einen liebe ich die Geschichte um Mytica, die Magie und die Charaktere, aber was ich überhaupt nicht leiden kann, sind die furchtbar fiesen Cliffhanger mit denen wirklich jeder einzelne Teil dieser Reihe geendet hat - so auch dieser ...
Das Buch liest sich weg wie nichts, was erstens an dem einfachen, leicht verständlichen Schreibstil der Autorin liegt und zweitens an der Spannung, die vom Anfang bis zum Ende auf hohem Niveau gehalten wird. Durch die immer wechselnden Sichten pro Kapitel wird man von einem Charakter zum nächsten gewirbelt und irgendwann weiß man nicht mehr, wer jetzt von was eine Ahnung hat oder nicht, denn es passiert so viel und das parallel an verschiedenen Orten, ehe die Charaktere - manchmal aus Zufall - wieder aufeinander treffen und Informationen ausgetauscht werden, sodass man oft selbst auch überrascht wird.
Des Weiteren hat Morgan Rhodes ein großes Talent für unglaublich unerwartete Wendungen und Szenen, bei denen man sich nur denkt "Wie soll das jetzt bitte gutgehen?". Doch irgendwie findet sich immer eine Lösung, auch wenn einige davon tödlich oder zumindest blutig ausgehen. 
An Mord und Verrat mangelt es auch in diesem Teil nicht, neue Geheimnisse werden aufgedeckt und Charaktere zeigen sich von völlig anderen Seiten. Ich für meinen Teil bin begeistert und werde nun sehnsüchtig auf den fünften Teil warten müssen.     
  



Dienstag, 19. September 2017

[Rezension] Sonnenschatten - Die Chroniken von Ereos 1

Titel: Sonnenschatten - Die Chroniken von Ereos 1
Autor: Benjamin Keck
Seiten: 376
Preis: 13,90 [D] (Taschenbuch)
ISBN: 9781545480762


Inhalt:
Sha, ein Krieger der Wüste und Besitzer eines blutigen Dolches trifft in den winterlichen loktarischen Wäldern auf die Kampfgefährten Delon und Evva. Gemeinsam brechen sie auf, einen dunklen Zauber zu lösen, der ihren Freund Agnon gefangen hält. Doch schon bald werden sie von Schattendienern und Schlimmerem gejagt, stehen ruchlosen Assassinen, nubarischen Kriegern und dunklen Machenschaften gegenüber, an deren Ende die Götter selbst um ihr Dasein fürchten müssen. Während die Fahnen des Krieges über den ylanischen Türmen wehen und König Maer Magnur zur letzten Schlacht ruft, scheint es, als schritten die Bewohner von Ereos einem blutigen Zeitalter der Schatten entgegen.


Protagonisten:
Evva, die rothaarige Kämpferin mit einer Vorliebe für vor allem verschlossene Türen, ist meine absolute Lieblingsfigur dieses Buches. Sie ist mutig, stark und nimmt es zusammen mit Delon, ihrem scheinbar immer hungrigem und teils ungeduldigen Kampfgefährten, sogar mit Dutzenden von Gegnern auf. 

Sha ist der Hüter der Wüste. Er versteht den Wind und herrscht über den Sand. Er bewegt sich mit einer unglaublichen Eleganz, kann ebenfalls hervorragend kämpfen und hat etwas Mystisches an sich.

Meine Meinung:
Ich habe das Buch während der Zeltfahrt mit meiner Klasse gelesen und der Autor hat es geschafft, dass ich sogar die Kälte vergessen konnte (5°C im Zelt). Alle Charaktere sind extrem gut ausgearbeitet, besitzen ihre - teils ziemlich erschreckenden - Eigenheiten und Geheimnisse und werden dem Leser Schritt für Schritt nahegebracht. Zwar war ich mir nie ganz sicher, wer jetzt böse oder gut ist, vor allem bei Neun und seinen Freunden ist das so eine Sache.  
Die Atmosphäre hat mir ehrlich gesagt ein mulmiges Gefühl verpasst. Alles ist düster und unheimlich und man muss immer auf der Hut sein. Aber das ist genau das, was ich so gelungen an diesem Buch finde, denn die Spannung und das Dunkle, Geheimnisvolle bleibt bis zum Ende bestehen, verstärkt sich sogar und ich konnte nicht sagen, wie all die Handlungsstränge zusammenpassen und ein Ganzes bilden sollen. 
Der einfach zu verstehende, lockere Schreibstil trägt zu großen Teilen zur fesselnden Wirkung der Geschichte bei, genau wie die wechselnden Sichtweisen pro Kapitel und auch innerhalb dieser. Obwohl nicht aus der Ich-Perspektive geschrieben wird, konnte ich sehr gut mit den Charakteren mitfühlen, da ihre Gedanken in Ich-Perspektive offen gelegt werden.
Der erste Satz des ersten Kapitels hat mich sofort an "Game of Thrones" denken lassen und auch das viele Töten sowie die brutalen Kampfszenen passen dazu und das ist absolut positiv zu sehen, denn ich liebe George R. R. Martins Bücher ebenso wie die Serie. Deswegen, wer kein Fan von blutigen Szenen ist, der sollte sich lieber zweimal überlegen, ob er das Buch lesen möchte. Ich für meinen Teil fand es absolut großartig und das offene Ende sowie der Titel verraten ja, dass es auf jeden Fall einen zweiten Teil geben wird, den ich unbedingt lesen werde.   

»Seit jeher scheint Blut eine seltsame Faszination auf die Menschen auszuüben. Meine Suche brachte mich an unbeschreiblich dunkle Orte, doch selbst dort wussten sie nicht genug, um sich zu fürchten. Diese Furcht wäre jedoch angebracht, nicht umsonst sind sie, wer sie sind.«

Sonntag, 10. September 2017

[Rezension] Das Vermächtnis der Arassis - Die Macht der Zwei erwacht

Titel: Das Vermächtnis der Arassis - Die Macht der Zwei erwacht
Autor: Crissy Catella
Verlag: familiaVerlag
Seiten: 492
Preis:   16,95 [D] (Hardcover)
               17,50 [A]
ISBN: 978-3-96131-044-9


Ganz lieben Dank an den Verlag für dieses tolle Buch!

Inhalt:
Arassis-Dynastie – das Blut des allmächtigen Zeus Nicos Leben steht Kopf. Eigentlich war er der Überzeugung, ein halbwegs normaler Junge zu sein – zumindest bis zum Eintreffen im Arassis-Sportcamp. Nach einem verheerenden Anschlag auf die Menschheit, wird ihm offenbart, dass er einer der mächtigsten Talenter auf Erden ist und zudem über magische Begabungen verfügt. Doch das ist noch nicht alles. Nach und nach kommt er einer todbringenden Verschwörung auf die Schliche. Nicht mehr sicher, wem er trauen kann, erlebt er gemeinsam mit seinen Freunden das Abenteuer seines Lebens. Ein Kampf zwischen Gut und Böse bricht aus. Wird er das Geheimnis seiner Vergangenheit lüften und die Menschheit retten können?

Protagonisten:
Nico Ringhoff ist ein Junge, der seine Nase in Angelegenheiten stecken muss, die ihn überhaupt nichts angehen und genau diese Neugierde bringt ihn mehr als einmal in Gefahr. Was ihn mir aber besonders sympathisch gemacht hat, ist seine unendliche Treue und Loyalität gegenüber seinen Freunden. Sie bedeuten ihm alles und er würde niemals zulassen, dass ihnen etwas zustößt. 

Lavinia van Divort ist neben Sebastjan und Mary die vierte im Bunde und ein Mädchen, das mir sehr ans Herz gewachsen ist. Sie ist unheimlich schlau, scheint jedes Buch auswendig zu kennen und kann wahnsinnig überzeugend sein, doch hinter ihrer selbstbewussten Fassade schlummern Trauer und Schuld.

Rupert Gottmann ist Rektor der Schule für Talenter und die perfekte Besetzung dieses Postens. Streng, machtvoll, aber auch gerecht und freundlich. Von allen Lehrern war er mir zusammen mit Professor Dorothy Arlon am einnehmendsten. Nicht zu vergessen Sir Gottmanns Hund Argos.

Meine Meinung:
Ich liebe Mythologie und alles was damit zusammenhängt! Und genau aus diesem Grund war dieses Buch einfach perfekt. Man erfährt unheimlich viel über Artefakte der Götter, über sie selbst und ihre Geschichte, ebenso wie über Sehenswürdigkeiten in beispielsweise Dublin. Die Stadt ist einer der Schauplätze des Buches, wo ich zum nächsten Pluspunkt kommen will. Die Geschichte spielt nicht nur im Anwesen der Familie Arassis, sondern auch in London und Irland sowie ausschnittweise auf einer Insel in Vanuatu. Zudem wechseln ab und an die Sichtweisen. Natürlich wird hauptsächlich aus Nicos Sicht erzählt, aber zwischendrin gibt es kurze Kapitel, die Einblicke in Rupert Gottmanns oder dem Anführers des Elysischen Bundes geben, sodass der Leser noch vor Nico und seinen Freunden erfährt, was passieren wird beziehungsweise zumindest eine Ahnung davon bekommt. Deswegen ging für mich dabei leider ein bisschen Spannung verloren, aber ich habe trotzdem mit Nico mit gefiebert und war jedes Mal erleichtert, wenn er dann endlich die richtige Erkenntnis hatte. 
Durch den einfachen, leicht verständlichen Schreibstil bin ich nur so durch die Seiten geflogen. Selbst als nicht-Kenner von Mythologie hat man keine Probleme, die verwendeten Begriffe zu verstehen, denn die Erklärungen werden einfach und sinnvoll in die Handlung eingebaut. 
Das Ende - und Crissy, das geht jetzt direkt an dich - dieses Ende ist nicht akzeptabel! Da lüften sie endlich das große Geheimnis und nicht einmal Nicos Reaktion krieg ich zu lesen. Zum Glück wird es einen zweiten Teil geben, auf den ich mich jetzt schon riesig freue. Von mir gibt es auf jeden Fall eine Leseempfehlung für dieses tolle Fantasy-Jugendbuch.       


Freitag, 1. September 2017

[Rezension] Game of Thrones - Haus Stark: Schattenwolf 3D Maske

Titel: Game of Thrones - Haus Stark: Schattenwolf
Verlag: arsEdition
Seiten: 44
Preis:   19,99 [D]
               19,99 [A]

Inhalt:
Kreative 3D-Maske für alle Game-of-Thrones-Fans – ganz leicht zum Selbermachen! Inspiriert von der preisgekrönten Serie, enthält dieses Buch neben Infos rund um die Serie und das Haus Stark vor allem den Schattenwolf, das Wappentier des Hauses, als wunderbar ausgefeilte 3D-Maske zum Selberbauen.

Meine Meinung:

Ein Muss für jeden Game-of-Thrones-Fan! Ich habe die Schattenwolf-Variante bekommen, aber es gibt auch noch den Löwen vom Haus Lennister, den Drachen von Targaryen und einen Weißen Wanderer. Auf den ersten Seiten des Buches findet man ein paar Informationen zu dem jeweiligen Haus und schön illustrierte Bilder. Es ist generell eine Augenweide, sich die Ausgabe anzuschauen. Die Anleitung ist kurz, aber verständlich und wenn man sich daran hält, dann sollte auch nichts schief gehen. Das Basteln an sich ist ziemlich zeitaufwendig. Ich habe erst die Maske an einem Nachmittag und die Wandhalterung dann am nächsten Tag zusammengebaut und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Obwohl die Pappe relativ fest ist, lassen sich die Laschen leicht falten, dafür ist das mit dem Kleben so eine Sache. Ich empfehle euch, nehmt Klebeband. Dann spart ihr unnütze Arbeit. Ich selbst habe es erst mit Klebestift und dann mit Flüssigkleber versucht, doch das hat überhaupt nicht gehalten. Das Klebeband hingegen hält hervorragend. Wer schon einmal einen Puzzleball gemacht hat, kann es ungefähr damit vergleichen, denn man muss sich an den Zahlen auf der Rückseite orientieren.  Bei den Ohren hatte ich ein bisschen zu knobeln, bis ich verstanden hatte, wie sie anzubringen waren. Jetzt hängt der Schattenwolf bei mir an der Wand und zieht jedes Mal beim Reinkommen ins Zimmer seine Aufmerksamkeit auf sich.