Dienstag, 10. Oktober 2017

[Rezension] Der schwarze Thron - Die Königin

Titel: Der schwarze Thron - Die Königin
Autor: Kendare Blake
Verlag: Penhaligon Verlag
Seiten: 512
Preis:   14,99 [D] (Klappenbroschur)
               15,50 [A]
ISBN: 978-3-7645-3147-8


Da es sich um den zweiten Teil handelt, kann die Rezension Spoiler enthalten!

Inhalt:
Mirabella, Katharine und Arsinoe sind Drillinge, jede eine Anwärterin auf den Thron der Insel Fennbirn. Ihr Reich verlangt nach einer neuen Königin – doch damit eine von ihnen die Herrschaft erlangen kann, muss sie ihre beiden Schwestern eigenhändig töten. Der Kampf um den Thron ist längst entbrannt, und jede Königin muss sich entscheiden, ob sie leben oder sterben will. Doch während zwei von ihnen noch gegen ihre Bestimmung rebellieren, schreckt die Dritte auf dem Weg zur Krone vor nichts zurück.

Protagonisten:
Katharine ist in meinen Augen ein sehr tragischer Charakter. Sie muss sehr viel durchmachen und durchlebt in diesem Teil der Reihe eine bedeutende Veränderung. Sie ist nicht länger die schwache, unscheinbare Königin, der man nichts zutraut, sondern eine junge Frau, die mit aller Gnadenlosigkeit gegen ihre Schwestern und um die Krone kämpft. Mir war sie ehrlich gesagt ein wenig unsympathisch, denn ihre skrupellose Art sowie die Weise, wie sie sich mit Gift vollstopft und die Schmerzen sogar zu genießen scheint, waren mir unheimlich. All das hat mit ihrem Sturz in die Spalte aus Band 1 zu tun, doch man erfährt nicht genau, was dort unten geschehen ist.   

Mirabella, die Elementwandler-Königin und scheinbar Stärkste der drei Schwestern zeigt immer deutlicher, dass sie ihre Schwestern - zumindest Arsinoe - liebt und um keinen Preis töten möchte. Damit schaffte sie eine ganz neue Ausgangsituation und wurde mir gleich noch sympathischer. Außerdem mag ich ihre Gabe von den drei magischen Gaben am liebsten, denn es ist immer wieder beeindruckend, wenn sie Blitze hervorruft oder ein Unwetter entstehen lässt. Sie nimmt nun zudem den Platz der Ruhigen, Hilfsbereiten ein.

Arsinoe ist die Königin mit dem großen Geheimnis, denn sie hat nicht das Talent, das sie vorgibt zu haben. Vom Charakter her ist sie ein sehr eigenwilliges und widerstandsfähiges Mädchen, das ihre Freunde niemals in Gefahr bringen würde, wenn es sich vermeiden lassen könnte. Sie will leben, weiß aber auch, dass vor allem Katherine es auf sie abgesehen hat. Ihr Überlebenswille, die Loyalität ihren Freunden gegenüber und ihr Geheimnis machen sie zu einer spannenden Komponente im Kampf um den Thron, die so einiges durcheinander bringt.

Meine Meinung:
Bevor ich zum Inhalt komme, ein Wort zum Cover: wunderschön! Zusammen mit Band 1 sieht es noch besser aus, da beide Bücher gemeinsam eine komplette Krone ergeben.
Diese Fortsetzung war deutlich brutaler und düsterer als ich erwartet hatte, aber genau das hat es zu so einem tollen Leseerlebnis gemacht. Der Kampf um den Thron geht nun richtig los, beinhaltet eine Jagd sowie ein Duell und natürlich versuchen der Giftmischer-Clan um Natalia Arron sowie die Priesterinnen um Hohepriesterin Luca einen Plan zu entwickeln, um die Gegner auszuschalten.
Obwohl ich Katharine nicht wirklich mag, finde ich die Arrons - vor allem Natalia - sehr faszinierend und war schockiert über dieses eine Ereignis relativ am Ende.
Die Spannung war sehr viel mehr vorhanden, als in Band 1 und wurde von Kendare Blake die gesamte Handlung über konstant hoch gehalten. Es gibt Lügen, Intrigen und Kämpfe und eine Menge unerwarteter Wendungen. Diese scheinen wirklich eine Spezialität der Autorin zu sein, sodass ich im Laufe der Geschichte mehrmals wirklich überrascht beziehungsweise schockiert wurde. Auch das Ende hatte es wieder extrem in sich und da noch eine Menge Fragen offen bleiben, hoffe ich sehr auf einen dritten Teil. Auch schreckt Kendare Blake nicht davor zurück, Charaktere sterben zu lassen, von denen man es am wenigsten erwartet hätte.
Der Schreibstil ist wie im ersten Teil sehr leicht zu verstehen für ein High-Fantasy-Epos und macht es dem Leser dementsprechend einfach, das Buch schnell durchzulesen. Verstärkt wird das auch noch durch die wechselnden Sichten pro Kapitel und am Ende hat man so ziemlich aus jeder Perspektive einen Blick auf die Geschehnisse bekommen.
Alles in allem eine sehr gelungene Fortsetzung, die mich mit vielen Fragen zurückgelassen hat.           

   

Montag, 2. Oktober 2017

[Rezension] Die sieben Farben des Blutes

Titel: Die sieben Farben des Blutes
Autor: Uwe Wilhem
Verlag: Blanvalet Verlag
Seiten: 479
Preis:   9,99 [D] (Taschenbuch)
               10,30 [A]
ISBN: 978-3-7341-0344-5


Inhalt:
Drei Morde in drei Monaten. Drei Frauen. Drei Verkündungen, in denen der Mörder von sieben „Heilungen“ erzählt. Die Berliner Polizei steht unter Druck. Doch dann ist die Serie mit einem Mal beendet und gerät in Vergessenheit – nur nicht für Staatsanwältin Helena Faber, die davon überzeugt ist, dass dies erst der Anfang war. Als ein Jahr später eine vierte Frau brutal ermordet wird, macht Helena Jagd auf den, der sich selbst Dionysos nennt. Es ist der Beginn eines Rennens gegen die Zeit, aber auch eines Kampfes ums Überleben, denn Helena ist ins Visier des Täters geraten. Und Dionysos wird nicht aufgeben, solange sie nicht „geheilt“´
 wurde …   


Protagonisten:
Helena Faber ist Staatsanwältin in Berlin und eine sehr ehrgeizige, willensstarke und ziemlich bewundernswerte Frau, die sich nichts einfach so gefallen lässt. Als zweifache Mutter und geschiedene Ehefrau muss sie sich gleichzeitig um ihre Töchter, den Haushalt und ihre Arbeit kümmern. Sie hat ein unglaubliches Gedächtnis, eine sehr schnelle Auffassungsgabe und die Kontrolle über jeden Bereich ihres Lebens - bis sie Dionysos begegnet. Von Beginn an war sie mir sympathisch, doch im Laufe der Geschichte fiel es mir teilweise recht schwer, ihre Handlungen nachzuvollziehen.

Meine Meinung:
Als Thriller-Fan hat der Klappentext sofort mein Interesse geweckt und das Buch konnte mich von Anfang an in seinen Bann ziehen, sodass ich es innerhalb weniger Tage durchgelesen hatte. Wie schon erwähnt ist Helena Faber die Hauptperson der Geschichte und eine sehr starke Frau. Sie lässt nicht locker und setzt sich durch, was ihr leider zum Verhängnis wird, aber trotzdem gut an ihr fand. Dafür kamen ihre Gefühle und Gedanken, vor allem in Szenen, in denen sie leiden musste, etwas zu kurz, sodass es etwas unpersönlich wirkte. Das tat der Spannung zwar keinen Abbruch, fand ich persönlich dennoch schade. Auch die anderen Charaktere wie Helenas Ex-Mann Robert oder ihre Töchter sind gut gelungen und spielen in der Hinsicht auf Helenas Privatleben eine wichtige Rolle. Dieses wird stark thematisiert und zeigt, wie sie Schritt für Schritt die Kontrolle über sich und ihr Umfeld verliert.
Dionysos als psychopathischer Mörder ist der ein gerissener Charakter, von dem ich mir noch mehr erhofft hätte. Zwar bekam man Einblicke in seine Gedanken, doch über seine Geschichte und wie er zu dem geworden ist, wie er beschrieben wird, hätte ich gerne mehr erfahren.
Durch die ziemlich kurzen Kapitel und die abwechselnden Sichtweisen war mir ziemlich schnell klar, wer hinter Dionysos steckt. Ab der Hälfte des Buches war es dann auch offensichtlich, doch auch wenn man als Leser bereits fast den kompletten Überblick hatte, wurde es nicht langweilig und ich habe mit Helene mitgefiebert, da sie auf Grund ihrer Amnesie den Verlauf der Geschichte stark beeinflusst hat.
Der Schreibstil ist sehr detailgetreu und an vielen Stellen nichts für schwache Nerven. Uwe Wilhelm beschreibt die grausamen Morde bis ins blutige Detail, sodass ich teilweise schlucken musste. Man lernt eine Menge über Berlin und seine Sehenswürdigkeiten sowie über das Thema Frauenhass. Besonders ansprechend fand ich die Verbindung zur griechischen Mythologie, die ich bisher noch in keinem Thriller erlebt habe. Überraschender Weise endete das Buch mit einem echt gemeinen Cliffhanger und ich war froh zu erfahren, dass ein zweiter Teil geplant ist.      


Mittwoch, 27. September 2017

[Rezension] Falling Kingdoms - Eisige Gezeiten

Titel: Falling Kingdoms - Eisige Gezeiten
Autor: Morgan Rhodes
Verlag: Goldmann Verlag
Seiten: 509
Preis:   9,99 [D] (Taschenbuch)
               10,30 [A]
ISBN: 978-3-442-48640-3              


Dieses Buch ist der vierte Teil der Reihe und die Rezension enthält deswegen Spoiler!

 
Inhalt:
Im Reich des Westens ist die junge Cleo aus dem besiegten Hause Auranos in der Ehe mit Prinz Magnus gefangen. Der Hass zwischen ihren Familien sitzt so tief, dass keiner von beiden sich eingestehen will, was sie wirklich füreinander empfinden. Doch Cleo fühlt sich auch zu dem kämpferischen Jonas von Paelsia hingezogen, der an nichts anderes mehr denken kann, als sie zu befreien. Derweil greift jenseits der Silbernen See eine gefährliche Macht nach der uralten Magie der Elemente, um die Herrschaft über alle Reiche an sich zu reißen. Nur ein Bündnis zwischen Magnus, Cleo und Jonas könnte die Gefahr noch abwehren.

Protagonisten:
Cleiona (Cleo) Bellos ist eine der Hauptcharaktere und benannt nach der auranischen Göttin Cleiona für die Essenzen Luft und Feuer. Sie ist die Tochter des inzwischen ermordeten Königs Corvin und Königin Elena, die kurz nach ihrer Geburt starb. Als Prinzessin, die sie ist, würde man sie für naiv, unwissend und verwöhnt halten, aber im Grunde ist sie ein freundliches, neugieriges und ziemlich temperamentvolles Mädchen, das sehr dickköpfig sein kann, wenn es um Dinge geht, die sie für nicht vertretbar hält. Sie lügt ohne rot zu werden, hat ihre Gefühle entgegen ihres Temperaments gut unter Kontrolle, spinnt Lügennetze und schafft es immer wieder dem Tod zu entrinnen.

Magnus Damora ist der Kronprinz von Limeros, Sohn von König Gaius Damora, genannt "Blutkönig" und Königin Althea Damora. Er sehnte sich immer nach der Anerkennung seines Vaters und hoffte, eines Tages ebenso zu werden wie dieser, doch Gaius zeigte ihm oft die kalte Schulter und Magnus begann, ihn zu hassen. Seine Worte enthalten viel dunklen Sarkasmus, Arroganz und Kälte. Er scheint unnahbar, verdrängt seine Gefühle für Cleo, leugnet sie, versteckt sie. Anders als die auranische Prinzessin ist er leicht zu verärgern, aber wenn es darauf ankommt, zeigt er bewundernswerte Beherrschung. Unter seiner harten Schale verbirgt sich jedoch ein sensibler, vernünftiger Kern, den aber kaum einer zu Gesicht bekommt. 

Neben den beiden gibt es noch Magnus´ Adoptivschwester Lucia Damora, die die Reinkarnation der mächtigen Zauberin Eva ist und über alle vier Elemente verfügt, den kämpferischen Rebellen Jonas Agallon, der bis zum bitteren Ende nicht versteht, wen er wirklich liebt und noch viele mehr. 

Meine Meinung:
Das zwischen diesen Büchern und mir lässt sich sehr gut als Hass-Liebe bezeichnen, denn zum einen liebe ich die Geschichte um Mytica, die Magie und die Charaktere, aber was ich überhaupt nicht leiden kann, sind die furchtbar fiesen Cliffhanger mit denen wirklich jeder einzelne Teil dieser Reihe geendet hat - so auch dieser ...
Das Buch liest sich weg wie nichts, was erstens an dem einfachen, leicht verständlichen Schreibstil der Autorin liegt und zweitens an der Spannung, die vom Anfang bis zum Ende auf hohem Niveau gehalten wird. Durch die immer wechselnden Sichten pro Kapitel wird man von einem Charakter zum nächsten gewirbelt und irgendwann weiß man nicht mehr, wer jetzt von was eine Ahnung hat oder nicht, denn es passiert so viel und das parallel an verschiedenen Orten, ehe die Charaktere - manchmal aus Zufall - wieder aufeinander treffen und Informationen ausgetauscht werden, sodass man oft selbst auch überrascht wird.
Des Weiteren hat Morgan Rhodes ein großes Talent für unglaublich unerwartete Wendungen und Szenen, bei denen man sich nur denkt "Wie soll das jetzt bitte gutgehen?". Doch irgendwie findet sich immer eine Lösung, auch wenn einige davon tödlich oder zumindest blutig ausgehen. 
An Mord und Verrat mangelt es auch in diesem Teil nicht, neue Geheimnisse werden aufgedeckt und Charaktere zeigen sich von völlig anderen Seiten. Ich für meinen Teil bin begeistert und werde nun sehnsüchtig auf den fünften Teil warten müssen.     
  



Dienstag, 19. September 2017

[Rezension] Sonnenschatten - Die Chroniken von Ereos 1

Titel: Sonnenschatten - Die Chroniken von Ereos 1
Autor: Benjamin Keck
Seiten: 376
Preis: 13,90 [D] (Taschenbuch)
ISBN: 9781545480762


Inhalt:
Sha, ein Krieger der Wüste und Besitzer eines blutigen Dolches trifft in den winterlichen loktarischen Wäldern auf die Kampfgefährten Delon und Evva. Gemeinsam brechen sie auf, einen dunklen Zauber zu lösen, der ihren Freund Agnon gefangen hält. Doch schon bald werden sie von Schattendienern und Schlimmerem gejagt, stehen ruchlosen Assassinen, nubarischen Kriegern und dunklen Machenschaften gegenüber, an deren Ende die Götter selbst um ihr Dasein fürchten müssen. Während die Fahnen des Krieges über den ylanischen Türmen wehen und König Maer Magnur zur letzten Schlacht ruft, scheint es, als schritten die Bewohner von Ereos einem blutigen Zeitalter der Schatten entgegen.


Protagonisten:
Evva, die rothaarige Kämpferin mit einer Vorliebe für vor allem verschlossene Türen, ist meine absolute Lieblingsfigur dieses Buches. Sie ist mutig, stark und nimmt es zusammen mit Delon, ihrem scheinbar immer hungrigem und teils ungeduldigen Kampfgefährten, sogar mit Dutzenden von Gegnern auf. 

Sha ist der Hüter der Wüste. Er versteht den Wind und herrscht über den Sand. Er bewegt sich mit einer unglaublichen Eleganz, kann ebenfalls hervorragend kämpfen und hat etwas Mystisches an sich.

Meine Meinung:
Ich habe das Buch während der Zeltfahrt mit meiner Klasse gelesen und der Autor hat es geschafft, dass ich sogar die Kälte vergessen konnte (5°C im Zelt). Alle Charaktere sind extrem gut ausgearbeitet, besitzen ihre - teils ziemlich erschreckenden - Eigenheiten und Geheimnisse und werden dem Leser Schritt für Schritt nahegebracht. Zwar war ich mir nie ganz sicher, wer jetzt böse oder gut ist, vor allem bei Neun und seinen Freunden ist das so eine Sache.  
Die Atmosphäre hat mir ehrlich gesagt ein mulmiges Gefühl verpasst. Alles ist düster und unheimlich und man muss immer auf der Hut sein. Aber das ist genau das, was ich so gelungen an diesem Buch finde, denn die Spannung und das Dunkle, Geheimnisvolle bleibt bis zum Ende bestehen, verstärkt sich sogar und ich konnte nicht sagen, wie all die Handlungsstränge zusammenpassen und ein Ganzes bilden sollen. 
Der einfach zu verstehende, lockere Schreibstil trägt zu großen Teilen zur fesselnden Wirkung der Geschichte bei, genau wie die wechselnden Sichtweisen pro Kapitel und auch innerhalb dieser. Obwohl nicht aus der Ich-Perspektive geschrieben wird, konnte ich sehr gut mit den Charakteren mitfühlen, da ihre Gedanken in Ich-Perspektive offen gelegt werden.
Der erste Satz des ersten Kapitels hat mich sofort an "Game of Thrones" denken lassen und auch das viele Töten sowie die brutalen Kampfszenen passen dazu und das ist absolut positiv zu sehen, denn ich liebe George R. R. Martins Bücher ebenso wie die Serie. Deswegen, wer kein Fan von blutigen Szenen ist, der sollte sich lieber zweimal überlegen, ob er das Buch lesen möchte. Ich für meinen Teil fand es absolut großartig und das offene Ende sowie der Titel verraten ja, dass es auf jeden Fall einen zweiten Teil geben wird, den ich unbedingt lesen werde.   

»Seit jeher scheint Blut eine seltsame Faszination auf die Menschen auszuüben. Meine Suche brachte mich an unbeschreiblich dunkle Orte, doch selbst dort wussten sie nicht genug, um sich zu fürchten. Diese Furcht wäre jedoch angebracht, nicht umsonst sind sie, wer sie sind.«

Sonntag, 10. September 2017

[Rezension] Das Vermächtnis der Arassis - Die Macht der Zwei erwacht

Titel: Das Vermächtnis der Arassis - Die Macht der Zwei erwacht
Autor: Crissy Catella
Verlag: familiaVerlag
Seiten: 492
Preis:   16,95 [D] (Hardcover)
               17,50 [A]
ISBN: 978-3-96131-044-9


Ganz lieben Dank an den Verlag für dieses tolle Buch!

Inhalt:
Arassis-Dynastie – das Blut des allmächtigen Zeus Nicos Leben steht Kopf. Eigentlich war er der Überzeugung, ein halbwegs normaler Junge zu sein – zumindest bis zum Eintreffen im Arassis-Sportcamp. Nach einem verheerenden Anschlag auf die Menschheit, wird ihm offenbart, dass er einer der mächtigsten Talenter auf Erden ist und zudem über magische Begabungen verfügt. Doch das ist noch nicht alles. Nach und nach kommt er einer todbringenden Verschwörung auf die Schliche. Nicht mehr sicher, wem er trauen kann, erlebt er gemeinsam mit seinen Freunden das Abenteuer seines Lebens. Ein Kampf zwischen Gut und Böse bricht aus. Wird er das Geheimnis seiner Vergangenheit lüften und die Menschheit retten können?

Protagonisten:
Nico Ringhoff ist ein Junge, der seine Nase in Angelegenheiten stecken muss, die ihn überhaupt nichts angehen und genau diese Neugierde bringt ihn mehr als einmal in Gefahr. Was ihn mir aber besonders sympathisch gemacht hat, ist seine unendliche Treue und Loyalität gegenüber seinen Freunden. Sie bedeuten ihm alles und er würde niemals zulassen, dass ihnen etwas zustößt. 

Lavinia van Divort ist neben Sebastjan und Mary die vierte im Bunde und ein Mädchen, das mir sehr ans Herz gewachsen ist. Sie ist unheimlich schlau, scheint jedes Buch auswendig zu kennen und kann wahnsinnig überzeugend sein, doch hinter ihrer selbstbewussten Fassade schlummern Trauer und Schuld.

Rupert Gottmann ist Rektor der Schule für Talenter und die perfekte Besetzung dieses Postens. Streng, machtvoll, aber auch gerecht und freundlich. Von allen Lehrern war er mir zusammen mit Professor Dorothy Arlon am einnehmendsten. Nicht zu vergessen Sir Gottmanns Hund Argos.

Meine Meinung:
Ich liebe Mythologie und alles was damit zusammenhängt! Und genau aus diesem Grund war dieses Buch einfach perfekt. Man erfährt unheimlich viel über Artefakte der Götter, über sie selbst und ihre Geschichte, ebenso wie über Sehenswürdigkeiten in beispielsweise Dublin. Die Stadt ist einer der Schauplätze des Buches, wo ich zum nächsten Pluspunkt kommen will. Die Geschichte spielt nicht nur im Anwesen der Familie Arassis, sondern auch in London und Irland sowie ausschnittweise auf einer Insel in Vanuatu. Zudem wechseln ab und an die Sichtweisen. Natürlich wird hauptsächlich aus Nicos Sicht erzählt, aber zwischendrin gibt es kurze Kapitel, die Einblicke in Rupert Gottmanns oder dem Anführers des Elysischen Bundes geben, sodass der Leser noch vor Nico und seinen Freunden erfährt, was passieren wird beziehungsweise zumindest eine Ahnung davon bekommt. Deswegen ging für mich dabei leider ein bisschen Spannung verloren, aber ich habe trotzdem mit Nico mit gefiebert und war jedes Mal erleichtert, wenn er dann endlich die richtige Erkenntnis hatte. 
Durch den einfachen, leicht verständlichen Schreibstil bin ich nur so durch die Seiten geflogen. Selbst als nicht-Kenner von Mythologie hat man keine Probleme, die verwendeten Begriffe zu verstehen, denn die Erklärungen werden einfach und sinnvoll in die Handlung eingebaut. 
Das Ende - und Crissy, das geht jetzt direkt an dich - dieses Ende ist nicht akzeptabel! Da lüften sie endlich das große Geheimnis und nicht einmal Nicos Reaktion krieg ich zu lesen. Zum Glück wird es einen zweiten Teil geben, auf den ich mich jetzt schon riesig freue. Von mir gibt es auf jeden Fall eine Leseempfehlung für dieses tolle Fantasy-Jugendbuch.       


Freitag, 1. September 2017

[Rezension] Game of Thrones - Haus Stark: Schattenwolf 3D Maske

Titel: Game of Thrones - Haus Stark: Schattenwolf
Verlag: arsEdition
Seiten: 44
Preis:   19,99 [D]
               19,99 [A]

Inhalt:
Kreative 3D-Maske für alle Game-of-Thrones-Fans – ganz leicht zum Selbermachen! Inspiriert von der preisgekrönten Serie, enthält dieses Buch neben Infos rund um die Serie und das Haus Stark vor allem den Schattenwolf, das Wappentier des Hauses, als wunderbar ausgefeilte 3D-Maske zum Selberbauen.

Meine Meinung:

Ein Muss für jeden Game-of-Thrones-Fan! Ich habe die Schattenwolf-Variante bekommen, aber es gibt auch noch den Löwen vom Haus Lennister, den Drachen von Targaryen und einen Weißen Wanderer. Auf den ersten Seiten des Buches findet man ein paar Informationen zu dem jeweiligen Haus und schön illustrierte Bilder. Es ist generell eine Augenweide, sich die Ausgabe anzuschauen. Die Anleitung ist kurz, aber verständlich und wenn man sich daran hält, dann sollte auch nichts schief gehen. Das Basteln an sich ist ziemlich zeitaufwendig. Ich habe erst die Maske an einem Nachmittag und die Wandhalterung dann am nächsten Tag zusammengebaut und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Obwohl die Pappe relativ fest ist, lassen sich die Laschen leicht falten, dafür ist das mit dem Kleben so eine Sache. Ich empfehle euch, nehmt Klebeband. Dann spart ihr unnütze Arbeit. Ich selbst habe es erst mit Klebestift und dann mit Flüssigkleber versucht, doch das hat überhaupt nicht gehalten. Das Klebeband hingegen hält hervorragend. Wer schon einmal einen Puzzleball gemacht hat, kann es ungefähr damit vergleichen, denn man muss sich an den Zahlen auf der Rückseite orientieren.  Bei den Ohren hatte ich ein bisschen zu knobeln, bis ich verstanden hatte, wie sie anzubringen waren. Jetzt hängt der Schattenwolf bei mir an der Wand und zieht jedes Mal beim Reinkommen ins Zimmer seine Aufmerksamkeit auf sich. 





  

Donnerstag, 24. August 2017

[Rezension] Auserwählt

Titel: Auserwählt
Autor: Michelle Augustin
Seiten: 410
Preis:   11,99 [D] (Taschenbuch)
ISBN: 9781521734629


Inhalt:
Es ist, als wärst Du mitten in ein fertiggestelltes Buch hineingefallen und Du weißt nicht, wie es angefangen hat oder weitergehen wird. So fühlt sich Cainy Nance, als sie aus dem Koma erwacht und keinerlei Erinnerungen mehr hat, weder an sich selbst, noch an ihre Vergangenheit. Ihre Familie und Freunde stehen ihr bei und Cainys Leben scheint wieder vollkommen zu sein. Doch sie hat das Gefühl, dass man ihr Dinge aus ihrer Vergangenheit absichtlich verschweigt. Immer wieder hat sie Träume und Flashbacks und dann taucht auch noch dieser unglaubliche, junge Mann auf, der ihr innerhalb kürzester Zeit den Kopf verdreht und tief in ihr diese unerklärlichen Gefühle verursacht.

Protagonisten:
Cainy Nance ist unsere Hauptfigur und muss sich selbst kennenlernen, nachdem sie ihre Erinnerungen an ihr altes Leben verloren hat. Es hat mich überrascht, wie scheinbar locker und entspannt sie damit umgegangen ist ohne voller Verzweiflung nach Antworten zu suchen. Sie ist eine ruhige, verständnisvolle Persönlichkeit, kann aber auch schon mal aufbrausen und deutlich ihre Meinung zum Besten geben. Ich mochte sie recht gern, da sie mir von der Art her ähnlich ist und ich ihre Entscheidungen zum größten Teil nachvollziehen konnte.

Rylyn ist der typische, gutaussehende junge Mann. Charmant, selbstsicher und ganz der Gentleman. Wer hätte nicht auch gerne so einen Traummann? Dass das nicht alles war, war mir von Anfang an klar, sonst wäre das Buch schon nach der Hälfte vorbei gewesen. Trotzdem war er irgendwie undurchschaubar und ich konnte mich nicht ganz entscheiden, was ich von ihm halten sollte.

Meine Meinung:
Ich war ehrlich gesagt überrascht, da mir nicht ganz bewusst war, dass sich die Geschichte in Richtung Fantasy bewegt. Zu Anfang sah alles nach einer dieser Liebesgeschichten aus und auch das Setting passte dazu. Attraktive, reiche Charaktere, wohnhaft in Miami Beach, ausgestattet mit schicken Autos und teuren Klamotten. Das erschien mir alles irgendwie ein wenig zu übertrieben und klischeebeladen, doch die rätselhaften Träume und merkwürdigen Ereignisse ließen schnell vermuten, dass mehr dahinter steckt und die Neugier, endlich herauszufinden, worin der Fantasyteil bestand, ließ mich durch die Seiten fliegen. Im letzten Drittel kam dann endlich die Auflösung und ich wurde völlig mit Informationen überschüttet. Das tat der Spannung jedoch keinen Abbruch, denn nebenbei spielten sich noch andere Dinge ab, es gab einige überraschende Momente und ich habe mit Cainy gezittert, aber der große Knall zum Schluss blieb leider etwas kleiner als erhofft. Da es jedoch noch eine Fortsetzung geben soll, ist das nicht allzu schlimm.
Die Charaktere neben Cainy, wie beispielsweise ihre Cousine Yairy oder deren Verlobter Tylen sind schön ausgearbeitet und nicht allzu oberflächlich. Auch der flüssige, gefühlvolle Schreibstil gefällt mir gut und macht es einem leicht, das Buch zu mögen. Es ist nicht schwer, sich in die Personen hineinzuversetzen und mit ihnen mit zu fiebern. Ich bin auf jeden Fall gespannt auf Band 2.

Montag, 21. August 2017

[Rezension] Die Blackhaven Chroniken - Der Hexer

Titel: Die Blackhaven Chroniken - Der Hexer
Autor: Janine Dix
Seiten: 353
Preis:   9,99 [D] (Taschenbuch)
ISBN: 9781521445303


Inhalt:
Das Böse lauert überall, in jeder Ecke der Stadt und jeder Ritze der Häuser und vor allem im Fluss, der Blackhaven wie ein dunkles, öliges Band durchzieht...
Doch daran hat sich Robert Greene längst gewöhnt. Erzogen dazu, gegen Dämonen, Werwölfe, Vampire und andere Ausgeburten der Hölle zu kämpfen, kann ihn so leicht nichts mehr schocken. Zumindest aus dieser Richtung. Dass sich aber die Grenzen zwischen Schwarz und Weiß schnell verwischen, wenn nicht sogar leicht verschieben lassen, daran muss er sich immer noch gewöhnen. Besonders da er beschlossen hat, all dem den Rücken zu kehren.
Allerdings wird man seine Vergangenheit nicht so einfach los, vor allem dann nicht, sobald man in eine Verschwörung rund um die eigene Person verwickelt wird, die einem das Leben oder sogar den Verstand kosten könnte.


Protagonisten:
Robert Greene ist ehemaliger Leiter der Allianz des Lichts, einer Organisation, "die sich dem Schutz der Menschen vor den Mächten der Dunkelheit verschrieben hat". Er verlässt die Organisation aber und versteckt sich in einer Absteige in Blackhaven. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich mit ihm nicht so recht warm geworden bin. Seine irgendwie sprunghafte Art, nach außen hin gelassen und unbeeindruckt zu wirken, während er innerlich mit seinen Gefühlen ringt, aber dann doch kurz davor ist, in Tränen auszubrechen, konnte mich nicht von sich überzeugen. Auch seine Sturheit beziehungsweise sein scheinbar unüberwindbarer Stolz, der bewirkt, dass er die anderen Charaktere verletzt oder auf die Palme bringt, ist mir nicht sehr sympathisch gewesen.

Meine Meinung:
Die Idee dieser Geschichte ist an und für sich nicht schlecht. Mal etwas Urban-Fantasy ohne Romantik, dafür aber mit viel düsterer Atmosphäre und einer Menge außergewöhnlicher Kreaturen.
Das Buch ist so aufgebaut, dass nach einem Kapitel in der Gegenwart wieder eines folgt, das in Roberts Vergangenheit spielt, sodass man nach und nach mehr über ihn und seine Familie erfährt. Leider sind die Zeitsprünge ein bisschen durcheinander, sodass man sich erst ins Gedächtnis rufen muss, ob die Handlung jetzt vor oder nach dem letzten Rückblick handelt. Ganz gut gelöst wurde das durch die Überschriften, in denen die Jahre enthalten sind. Trotzdem hatte ich Schwierigkeiten, zu verstehen, worauf das alles jetzt hinauslaufen soll. Die Verschwörung, von der gesprochen wird, kommt nicht wirklich ans Licht und bis zum Ende war mir nicht klar, ob Ethan, Roberts ehemaliger bester Freund, darin verwickelt ist oder nicht, denn er wird in den Rückblicken als besessen und böse dargestellt.
Auch die Spannung wollte bei mir nicht so recht ankommen. Es gab Kämpfe und gefährliche Situationen, doch denen fehlte es einfach an Energie.
Die Idee ist klasse, aber ich glaube, da könnte man noch mehr rausholen und auch die Charaktere dreidimensionaler gestalten. Ich bin trotzdem auf den zweiten Teil gespannt und wer einfach mal eine dämonenreiche Geschichte mit einem etwas gewöhnungsbedürftigem Protagonisten lesen will, dem kann ich dieses Buch empfehlen.

 

Freitag, 18. August 2017

[Rezension] Amrita - Am Ende beginnt der Anfang

Titel: Amrita - Am Ende beginnt der Anfang
Autor: Aditi Khorana
Verlag: Dressler Verlag
Seiten: 336
Preis:   17,99 [D] (Hardcover)
               18,50 [A]
ISBN: 978-3-7915-0056-0


Inhalt:
Das Leben von Amrita, 16-jährige Prinzessin des Königreichs Shalingar, ändert sich auf einen Schlag, als der Despot Sikander Shalingar erobert. Gemeinsam mit der Sklavin und Seherin Thala gelingt Amrita die Flucht und beide machen sich auf den Weg, die »Bibliothek aller Dinge« zu finden, um das Schicksal der Welt zu ändern und schließlich zurück in die Vergangenheit zu reisen: an den Punkt, wo das Unheil begann. Doch was, wenn der einzige Weg, ihren Vater und ihr Land zu retten, bedeutet, dass Amrita sich selbst und ihre große Liebe opfern muss?

Protagonisten:
Amritas Leben scheint vorbestimmt zu sein. Sie soll verheiratet werden, um den Frieden zwischen Shalingar und Makedon zu sichern, doch nachdem alles aus dem Ruder läuft, muss sie fliehen und ihr altes Leben aufgeben. Mutig, aber auch manchmal voller Zweifel stellt sie sich ihrer Aufgabe und findet nach und nach heraus, wer sie wirklich ist. Sie ist eine starke junge Frau, die mit vielen Verlusten umgehen und sich gleichzeitig ihrem Schicksal stellen muss. Modern erzogen glaubt sie nicht an Magie oder Mythen, bis sie ihnen gegenüber steht und erkennen muss, dass sie selbst ein Teil dessen ist. Ich mochte sie sehr gerne, vor allem zusammen mit Thala gibt sie ein sehr gutes Team ab. 

Thala ist eine Seherin, die Sikander Amrita als Geschenk mitbrachte. Amrita befreit sie und Thala begleitet sie. Die beiden werden gute Freundinnen und Thala, die sich nach ihrem Leben sehnt, bevor sie zu dem gemacht wurde, was Sikander ihr angetan hat, hilft Amrita auf ihrer Reise.

Meine Meinung:
Schon als ich das Cover gesehen hatte, wusste ich, dass dieses Buch besonders sein muss. Es hat etwas Magisches an sich, und glitzert, doch nicht zu stark. 
Der Einstieg in die Geschichte ist eine Parabel - Die Parabel vom Land der Bäume - , die man sich in Shalingar erzählt und schon zu Beginn einen Hauch von Magie verbreitet.  Schnell lernt man die Protagonisten kennen, wird an die Schwierigkeiten des Besuches von Sikander herangeführt und taucht in Amritas königliches Leben ein, das auf den zweiten Blick nicht mehr so rosig erscheint. 
Das orientalische Setting mit all seinen bunten Farben, Gerüchen und Lauten wird von der Autorin detailliert beschrieben, sodass man förmlich in die Geschichte eintauchen kann. Der Schreibstil hat etwas Märchenhaftes und die Sätze fliegen nur so dahin. Das, kombiniert mit den relativ kurzen Kapitel, verleitet dazu, das Buch in einem Rutsch zu lesen. 
Schön fand ich, dass der Übergang zum Fantasyaspekt nicht zu abrupt kam. Es tauchten langsam und nur Stück für Stück immer neue Elemente auf, die am Ende alle zusammengeführt werden. Aber leider gab es auch in dieser Geschichte wieder vorhersehbare Dinge, was dem Buch ein bisschen an Spannung genommen hat, die jedoch sehr konstant hoch gehalten wird. Der Schluss hat mich dann jedoch ziemlich überrascht und gibt jedem Charakter sein eigenes kleines Happy End. Für einen Einzelband ist dieses Buch wunderbar gelungen und lässt keine Fragen offen.       

Freitag, 28. Juli 2017

[Rezension] Schattenthron - Das Mädchen mit den goldenen Augen

Titel: Schattenthron - Das Mädchen mit den goldenen Augen
Autor: Angelika Diem
Verlag: Oetinger
Seiten: 335
Preis:     9,99 [D] (Taschenbuch)
               10,30 [A]
ISBN: 978-3-8415-0091-5


Inhalt:
Rahels Familie leidet wie die anderen Bewohner des Dorfs unter den immer brutaler werdenden Übergriffen der königlichen Soldaten und der hohen Steuerlast. Zudem hütet sie ein lebensgefährliches Geheimnis. Als es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen gelüftet wird, flieht Rahel und verdingt sich als Küchenhilfe am Königshof. Doch schon bald gerät sie ins Visier dunkler Machenschaften und muss ihr Geheimnis erneut preisgeben, um sich, ihre junge Liebe und die Bewohner des Königreichs zu retten.

Protagonisten:
Rahel ist eine Protagonistin ganz nach meinem Geschmack. Sie erscheint auf den ersten Blick vielleicht unscheinbar, doch in ihr steckt ein sehr starker Charakter. Mutig, frech und nicht so leicht unterzukriegen, das beschreibt ihre Person ziemlich gut. Zusammen mit ihren "Eltern" lebt sie in einem Dorf namens Weißrosen, sie liebt den Wald - was auch mit ihrem Geheimnis beziehungsweise ihrer Fähigkeit zu tun hat - und man merkt von Beginn an deutlich, dass sie es nicht einfach hat. 

Prinz Leonard ist Thronfolger des Landes und Sohn von König Gisir und obwohl ich anfangs aus seinem Verhalten nicht schlau wurde, es teilweise sogar recht abstoßend fand, bin ich dann schließlich doch dahinter gekommen. Mal ist er Rahel gegenüber verschlossen und kalt, dann wieder offen und ehrlich und es stellt sich die Frage nach dem Warum. 

Besonders ans Herz gewachsen ist mir jedoch Komtesse Rieke von Wildenstein. Sie ist die einzige Freundin, die zu Rahel steht, für sie da ist und ihr hilft, wann immer es nötig ist. Zudem verbindet die beiden noch viel mehr als bloß Freundschaft, aber das kann und werde ich nicht verraten :)
   
Meine Meinung:
Ich bin absolut begeistert! Schon das Cover ist ein Traum und verrät im Nachhinein eine Menge über das Buch. Doch vollständig überzeugen konnte mich letztendlich der Klappentext, denn schon als ich das Wort Königshof gelesen hatte, wusste ich: Das ist ganz meine Kragenweite.
Der Einstieg in die Geschichte ist mir sehr leicht gefallen und man wird mitten ins Geschehen geworfen, das bedeutet, Rahels Leben im Dorf, eine grausame Hinrichtung und Begegnungen mit Personen, die einfach nur verabscheuenswürdig sind. Ich wollte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen, so gefesselt war ich von der Handlung. Vor allem, als dann die Sichtweise gewechselt wurde und man sich plötzlich in der Vergangenheit der Königsfamilie wiedergefunden hat. So wurden nach und nach die verschiedenen Fäden gesponnen, man wurde langsam an Rahels Geheimnis und auch die Geheimnisse der anderen Charaktere herangeführt, bis am Ende alles einen Sinn ergab. Zwar gab es einige Dinge, die ziemlich vorhersehbar waren, doch das hat der Spannung überhaupt keinen Abbruch getan, denn so musste ich einfach weiterlesen, um mich in meinen Vermutungen bestätigt zu sehen. Bis zum Schluss taten sich immer neue Rätsel auf, vor allem, da ich keine Ahnung hatte, was der König wirklich vorhat und was es mit dieser Dunkelheit, die seinen Regenten Ivald umgibt, auf sich hat.
Der Schreibstil setzt dem Ganzen noch die Krone auf. Das Buch liest sich flüssig, locker und sehr angenehm. Die märchenhaften, teils auch düsteren Orte werden detailliert beschrieben, sodass ich sie mir bildlich vorstellen konnte und doch entsteht keine Langeweile. Vor allem die Sprache des Königs ist beinahe schon poetisch, auch wenn ich zugegebener Maßen zu Anfang ein paar Probleme damit hatte. Einfach, weil ich es nicht gewöhnt war.      
Die Vielzahl der facettenreichen Figuren rundet die Geschichte super ab, es gibt eine Menge Bösewichter, aber natürlich auch liebenswerte und gütige Personen. Das alles in Kombination mit Magie verleiht dem Buch ihren zauberhaften, mitreißenden und märchenhaften Zug.


Sonntag, 23. Juli 2017

[Rezension] Die Shannara Chroniken - Das Lied der Elfen

Titel: Die Shannara Chroniken - Das Lied der Elfen
Autor: Terry Brooks
Verlag: Blanvalet
Seiten: 670
Preis:   9,99 [D] (Taschenbuch)
               10,30 [A]
ISBN: 978-3-7341-6127-8


Inhalt:
Eine uralte Bedrohung kehrt in die Welt zurück und sendet seine Mordgeister aus, um die Menschheit und die Elfen zu vernichten. Um diese Macht zurückzudrängen und zu besiegen, benötigt der Druide Allanon die Unterstützung von Brin Ohmsford, der Hüterin der Elfensteine. Denn nur Brin beherrscht das Zauberlied der Elfen. Doch das Böse hat Allanons Schritt vorausgesehen, und auf Brin wartet nun ein Schicksal, das schlimmer ist als der Tod. Nur wenn sie bereit ist, sich selbst aufzugeben, gibt es noch Hoffnung für Menschen und Elfen …

Die Shannara-Chroniken – Das Lied der Elfen ist bereits in geteilter Form erschienen unter den Titeln: »Das Zauberlied von Shannara«, »Der König von Shannara« und »Die Erlösung von Shannara«.

Protagonisten:
Brin Ohmsford ist die Tochter von Eretria und Wil, den beiden Hauptfiguren, die man bereits aus "Die Shannara Chroniken - Elfensteine" kennt. Sie wurde mit der Elfenmagie geboren - zum großen Leidwesen ihres Vaters, der diese Magie zu fürchten gelernt hat - und benutzt sie in Form des Wünscheliedes. Doch sie hat keine Ahnung, wozu sie wirklich in der Lage ist, bis Allanon auftaucht, aber selbst dann glaubt sie noch nicht daran, dass das Lied mehr als nur ein Spielzeug ist. Brin ist ein sehr spannender Charakter. Mit all ihren Stärken, ihrer Entschlossenheit sowie ihren Schwächen, die sie jedoch nicht zu verbergen versucht. Sie denkt über ihre Zweifel nach, ist mutig und wächst an ihren Aufgaben, braucht aber genauso die Hilfe ihrer Freunde.

Jair Ohmsford ist Brins jüngerer Bruder und ebenfalls mit der Magie der Elfen geboren. Doch im Gegensatz zu seiner Schwester ist er nur in der Lage Trugbilder zu erschaffen. Nichtsdestotrotz steckt in ihm viel mehr als man zu Beginn an vermuten würde, denn nachdem Brin mit Allanon aufgebrochen ist, um den Ildatch, den Ursprung aller bösen Magie zu vernichten, gerät er selbst in Gefahr und macht sich auf den Weg, Brin hinterher, zusammen mit dem grimmigen Gnom Spinkser, dem Elfenprinz Edain Elessedil, dem gutmütigen Grenzländer Helt, dem totbringenden Waffenmeister Garet Jax und dem Zwerg Elb Foraker.   

Allanon ist der letzte Druide der Vier Länder. Wo auch immer er auftaucht, bedeutet das nichts Gutes. Seit ich angefangen habe, die Bücher zu lesen, gehört er zu meinen absoluten Lieblingsfiguren. Dunkel wie die Nacht, unheimlich mächtig und geheimnisvoll. Niemals gibt er mehr von seinem Wissen preis, als notwendig und erscheint deswegen als ziemlich verschlossen, abweisend und kalt. Seiner Anwesenheit folgen dunkle Kräfte, schwarze Magie und in diesem Fall Mordgeister, die es auszulöschen gilt.

Meine Meinung:
Wieder einmal absolut grandios! Terry Brooks hat sich mit diesem Buch noch einmal selbst übertroffen. Nachdem ich die beiden vorherigen Teile gelesen hatte, dachte ich mir, dass da nicht mehr gehen würde, aber ich wurde eines besseren belehrt. Neben der genialen Geschichte hat mich vor allem wieder der Schreibstil überzeugt. Dieser Autor schafft es, eine Atmosphäre zu erzeugen, die so mitreißend ist, dass ich völlig in die Geschichte gezogen werde. Er schafft es, jeden Ort, jede Figur und jedes Gespräch so detailliert zu beschreiben und es doch nicht langweilig werden zu lassen. Dafür bewundere ich ihn zutiefst. Und dann sind da noch die raffinierten Wechsel der Sichtweisen. Ob innerhalb eines Kapitels oder zwischen den Kapiteln, es passt einfach alles. Spannung von der ersten bis zur letzten Seite, Kämpfe zwischen Kreaturen der schwarzen Magie und den Protagonisten, zwischen Allanon und einem Jachyra, zwischen Brin und dem Ildatch, zwischen Gnomenheeren und Jairs kleiner Gruppe. Ich bin absolut begeistert, auch wenn es zwischendurch Stellen gab, die ich am liebsten rückgängig gemacht hätte, denn natürlich sterben auch hier liebgewonnene Charaktere und am Ende wird klar: Ein neues Zeitalter beginnt ...
Verdiente 5/5 Sterne!                 

Zur Info: Man kann das Buch auch lesen ohne die anderen Teile, aber ich würde sie trotzdem lesen :)

 

Freitag, 14. Juli 2017

[Rezension] Schule der Nacht

Titel: Schule der Nacht
Autor: Ann A. McDonald
Verlag: Penhaligon
Seiten: 445
Preis:  19,99 [D] (Hardcover)
               20,60 [A]
ISBN:
978-3-7645-3177-5

Inhalt:
»Du kannst dich nicht für immer vor der Wahrheit verstecken. Bitte komm zurück, und bring alles zu einem guten Ende.« Diese Nachricht erhält die Amerikanerin Cassandra Blackwell in einem mysteriösen Päckchen, zusammen mit einem alten Foto ihrer verstorbenen Mutter, gekleidet in die schwarze Robe der Oxford Universität. Kurzerhand beschließt sie, nach England zu reisen, um mehr über die geheimnisvolle Vergangenheit ihrer Mutter zu erfahren. Dort entdeckt Cassie eine Welt voller Traditionen und Privilegien und merkt schnell, dass hier eine dunkle Macht am Werk ist – verbunden mit einer geheimen Gesellschaft, die sich Die Schule der Nacht nennt …

Protagonisten:
Cassandra Blackwell oder auch Cassie, wie sie genannt wird, ist die Protagonistin des Buches und eine ziemlich verschlossene Person. Der Grund dafür lässt sich im Laufe der Geschichte finden und offenbart ihre schwierige Kindheit. Sie lässt niemanden richtig an sich heran, blockt jeglichen Flirtversuch von beispielsweise Charlie, einem jungen Polizisten, ab und auch ihre Freundschaft zu Evie, ihrer Mitbewohnerin, bleibt vor allem zu Beginn eher oberflächlich. Schließlich soll niemand erfahren, warum sie wirklich an der Raleigh Universität ist. Ich bin mit ihr nicht wirklich warm geworden, was zum Teil daran lag, dass sie nicht sehr offen ist, man aber auch nur einen beschränkten Einblick in ihr Gefühlsleben bekommt.

Meine Meinung:
Der Prolog des Buches ist einfach nur spannend und ein sehr guter Einstieg in die Geschichte, der mich sogleich gefesselt hat, doch dann gibt es einen Cut und man erfährt nach und nach, wie Cassie sich an der Universität einfindet, dass sie nicht wirklich zum Studieren dort ist und auch weitere Nebencharaktere werden eingeführt, zu denen ich aber auch distanziert geblieben bin, da einfach zu wenige Gefühle herübergebracht wurden. Dies, zusammen mit den teilweise sehr ausführlichen Beschreibungen der Universität, Oxford und des Geländes, bewirken, dass die ersten 100 Seiten sich doch ziemlich ziehen.
Die Autorin schreibt sehr bildlich, aber teilweise in verschachtelten Sätzen, die ich dann doch mal doppelt lesen musste, um sie zu verstehen. Nachdem ich mich aber darauf eingelassen hatte, wurde das Buch immer besser und was an emotionaler Tiefe fehlt, wird an Spannung wieder wett gemacht. Der Schreibstil passt im Nachhinein wirklich sehr gut zum Setting Oxfords, einer Stadt, die in der akademischen Welt den Ton angibt.
Die Spannung wird nach dem ersten Drittel durch immer neue Richtungswechsel der Geschichte durchgehend hoch gehalten und es werden einem unvorhersehbare, teils schockierende Ereignisse dargeboten.
Und dann kam der Übergang zu Fantasy/Mystery, der mir doch ziemlich abrupt erschien und auch die Auflösung am Schluss ließ in diesem Zusammenhang ein paar Fragen bei mir offen.
Trotz allem ist es ein wirklich interessantes und auf jeden Fall spannendes Buch, das einen detaillierten Einblick in das Collegeleben von Oxford gibt.

 

Freitag, 30. Juni 2017

[Rezension] (K)eine Frau zum Verlieben

Titel: (K)eine Frau zum Verlieben
Autor: Sandra Vahle und Mary Green
Verlag: neobooks
Seiten: 116
Preis:  9,99 [D] (Taschenbuch)
ISBN: 978-3-7418-7450-5

Inhalt:
Freundschaft plus, Sex ohne Gefühle, Nicht-Beziehung – bei der modernen Interpretation von Liebe ist der Liebeskummer vorprogrammiert. Frei nach dem Motto‚ Switch when you‘re winning’ wird fleißig gestöhnt und gevögelt, und das am besten ohne jegliche Verpflichtung und Empfindungen. Ist die Zeit der Liebe wirklich abgelaufen? Sind die romantischen Beziehungsmodelle längst veraltet und nur unser Herz hat es noch nicht kapiert?

Wir erheben Einspruch, und zwar mit diesem Ratgeber. Auch im 21. Jahrhundert darf man noch auf Schmetterlinge im Bauch und echte Emotionen hoffen.
Wenn du bereit bist, dein Singleleben vollends zu genießen, eine neue Liebe zu erleben und deine jetzige Situation mit ein wenig Selbstironie zu feiern, dann lies - und swing when you`re winning!


Meine Meinung:
Unterhaltung vorprogrammiert! Dieses Büchlein hat mich mehr als einmal zum Schmunzeln gebracht, denn die Autorinnen geben nicht nur Tipps (z.B.: "Tipps für langfristige Selbstmotivation") sondern berichten mit einer teilweise gehörigen Portion Ironie von ihren eigenen Tinder-Dates. Der Schreibstil ist locker, leicht und flockig - wie man so schön sagen würde - und in keinsterweise vulgär. Man fliegt nur so durch die Seiten und bekommt am Ende noch einmal schön zusammengefasst eine Pro-und-Contra-List des Singledaseins. Die Herren, die die beiden hier getroffen haben, sind wirklich der Oberknaller (sowohl positiv als auch negativ), doch nicht alle Dates sind negativ ausgegangen. 
Ich für meinen Teil hatte meine Freude an dem Buch und es ist doch immer schön zu lesen, dass man nicht die einzige auf dieser Erde ist, die beziehungsunfähig ist :D

 

Samstag, 17. Juni 2017

[Arm like a cover] Step by Step

Hey, ihr Lieben,

ich wurde auf Instagram gefragt, ob ich nicht mal ein "Step by Step" zu meinen Armbildern machen kann und hier kommt es :)

 Schritt 1:
Ich benutze zum Malen Acrylfarben und meistens brauche ich ca. 30 bis 45 Minuten plus Fotos machen und Abwaschen.
Zu erst bemale ich meinen Arm mit der Grundfarbe des Covers.

   
 
Schritt 2:
Da die meisten Cover nicht nur einfarbig sind, mische ich oft, bis ich mit dem Ergebnis zufrieden bin.
 
 
 
Schritt 3:
Jetzt kommt das Motiv. Bei "Wie Monde so silbern" das Kleid, die Sterne und der Schuh. Mit einem dünnen Pinsel und weiß zeichne ich erst einmal die Umrisse vor.
 
 
Schritt 4:
Nun wird das ganze ausgemalt, schattiert und an einigen Stellen noch verbessert, bevor ich dann das Foto mache.
 


 So, das war ein kleiner Einblick hinter die Kulissen :)
 
 

Samstag, 27. Mai 2017

[Rezension] Smoke

Titel: Smoke
Autor: Dan Vyleta
Verlag: carl´s books
Seiten: 611
Preis:  16,99 [D] (Broschiert)
              17,50 [A]
ISBN: 978-3-570-58568-9


Inhalt:
Wie sähe eine Welt aus, in der jede Sünde, jeder dunkle Gedanke sichtbar wäre? Smoke entführt den Leser in ein England vor hundert Jahren, in dem jede Verfehlung mit Rauch bestraft wird, der dem Körper entweicht. Auch Thomas und Charlie, Schüler eines Elite-Internats, werden immer wieder durch Rauch-Attacken gebrandmarkt, wenn sie den strengen Schulregeln nicht genügen. Doch dann finden sie – fast zufällig – heraus, dass die Gesetze des Rauchs längst nicht für alle gelten. Wieso gibt es böse Menschen, die nicht von Ruß befleckt sind? Und welche Rolle spielt der Rauch bei den sozialen und politischen Umbrüchen ihrer Zeit? Auf der Suche nach der Wahrheit begeben sich die Freunde auf eine dramatische Reise voller riskanter Abenteuer und düsterer Intrigen und rufen damit schon bald mächtige Feinde auf den Plan ...

Protagonisten:
Thomas ist einer der Hauptfiguren und für mich schwer einschätzbar. Er ist durch seine Vergangenheit, vor allem durch die Taten seines Vater und die darauffolgenden Vorhersagen ihn betreffend, geprägt. Diese Last trägt er das ganze Buch über mit sich herum, wird von Befürchtungen, Ängsten und Selbstzweifeln gequält und glaubt fast bis zum Ende an das "böse" Erbe, das er in sich tragen soll. Teilweise bricht diese Seite aus ihm heraus, entlädt sich in Wutausbrüchen und Gewalt.

Charlie ist im Grunde sein komplettes Gegenteil. Mit seiner ruhigen, sanften und vernünftigen Art versucht er auf Thomas einzugehen, hört ihm zu und hält zu ihm, egal was passiert. Er ist aus einer einflussreichen Familie und besucht genau wie Thomas eine Elite-Schule in Oxford. Dort werden sie getrimmt, "rein" zu sein, nicht zu rauchen, sündenfrei zu werden. Charlie raucht kaum, im Gegensatz zu Thomas, dessen unterschwellige Wut ihn öfters eine Grenze überschreiten lässt.

Livia Naylor ist die Tochter von Lady Catherine Naylor, einer angesehenen Aristokratin und mir anfangs sehr unsympathisch. Sie verhält sich Thomas und Charlie gegenüber kalt und abweisend, verbietet sich zwanghaft jede noch so winzige Sünde und scheint auch zu ihrer Mutter kein gutes Verhältnis zu haben. Im Laufe der Geschichte verändert sie sich, weil sie keine andere Wahl hat. Sie lernt dazu, entwickelt Gefühle für Charlie und verworrener Weise auch für Thomas, was zwischen den dreien aber kaum Gespräch findet.    

Lady Catherine Naylor ist eine Adlige wie aus dem Bilderbuch. Zumindest was das Aussehen und ihre Art an der Oberfläche betrifft. Sie ist hochgewachsen, schön, höflich und raucht nie, doch lernt man sie besser kennen, so erkennt man, dass auch sie eine Bürde mit sich trägt. Eine Bürde, die sie befeuert, die Welt zu verändern, die Menschen zu verändern. Skrupellos und doch mit Eleganz geht sie ihrem Traum nach und lässt sich von niemanden abhalten. Ihr Charakter hat mich fasziniert und nachdenklich werden lassen, denn hauptsächlich von ihr erfährt man sehr viel über den Rauch, seine Bedeutung und sein Wirken.

Meine Meinung:
Dieses Buch zu bewerten ist keine leichte Aufgabe. Es konnte mich durchaus in seinen Bann ziehen, fesseln und ich war die gesamte Zeit über fasziniert von der Idee des Rauches als Zeichen von Sünde. Unbedingt wollte ich wissen, was es damit auf sich hat, was dahinter steckt und wie sich alles am Ende auflöst, doch andererseits war es schwierig, sich in die Geschichte einzulesen, zu verstehen, um wen und was es geht, die Vielzahl an Personen zu unterscheiden, ihnen einen Platz in der Handlung zuzuweisen und auch ihre Bedeutung zu erfassen.
Grund daran ist zum Teil Dan Vyletas Schreibstil. Er schreibt mit einer umfassenden Ausführlichkeit, dass es manchmal zu viel wird, nutzt lange Vergleiche, Metaphern und fast schon philosophische Beschreibungen. Interpretationen über Sünde, die Manifestation des Rauches und das Verhalten der Menschen gibt es zu genüge. Im Endeffekt bin ich mir nicht so sicher, alles richtig verstanden zu haben und auch der Gedanke an eine so schmutzige Welt, das Leben darin, ist für mich nicht wirklich greifbar.
Trotzdem schafft Vyleta es durch diesen Stil durchgehend eine Atmosphäre von Düsternis, Geheimnissen und unterdrückten Gefühlen zu schaffen, die mich sehr einnehmen konnte.
Dann ist da noch die Sache mit den wechselnden Perspektiven. Mal liest man die Geschichte aus der Ich-Perspektive einer Person und muss darauf achten, aus wessen Sicht erzählt wird, dann gibt es Kapitel, in denen in der dritten Person berichtet wird und manchmal hat man das Gefühl, alles zu überblicken und doch nichts zu erfahren. Wichtig ist meiner Ansicht nach, dass man sich für dieses Buch viel Zeit nehmen sollte. Manche Sätze lieber zweimal liest und die Gedanken dahinter erfasst. So kommt man besser und tiefer in die Geschichte hinein.
Ich hatte bis zum Ende des Buches keine Ahnung, worauf es hinauslaufen würde, da Informationen dem Leser nur häppchenweise dargelegt werden und der große Zusammenhang bis zum Schluss aufgehoben wurde. Doch selbst dann musste ich mich anstrengen, es zu verstehen.
Alles in allem ist das Buch kein Buch für Zwischendurch und teilweise erfordert es wirklich Kraft, weiterzulesen, doch wenn man sich auf die Geschichte und den Stil einlässt, lässt es einen nicht mehr los.