Freitag, 28. Juli 2017

[Rezension] Schattenthron - Das Mädchen mit den goldenen Augen

Titel: Schattenthron - Das Mädchen mit den goldenen Augen
Autor: Angelika Diem
Verlag: Oetinger
Seiten: 335
Preis:     9,99 [D] (Taschenbuch)
               10,30 [A]
ISBN: 978-3-8415-0091-5


Inhalt:
Rahels Familie leidet wie die anderen Bewohner des Dorfs unter den immer brutaler werdenden Übergriffen der königlichen Soldaten und der hohen Steuerlast. Zudem hütet sie ein lebensgefährliches Geheimnis. Als es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen gelüftet wird, flieht Rahel und verdingt sich als Küchenhilfe am Königshof. Doch schon bald gerät sie ins Visier dunkler Machenschaften und muss ihr Geheimnis erneut preisgeben, um sich, ihre junge Liebe und die Bewohner des Königreichs zu retten.

Protagonisten:
Rahel ist eine Protagonistin ganz nach meinem Geschmack. Sie erscheint auf den ersten Blick vielleicht unscheinbar, doch in ihr steckt ein sehr starker Charakter. Mutig, frech und nicht so leicht unterzukriegen, das beschreibt ihre Person ziemlich gut. Zusammen mit ihren "Eltern" lebt sie in einem Dorf namens Weißrosen, sie liebt den Wald - was auch mit ihrem Geheimnis beziehungsweise ihrer Fähigkeit zu tun hat - und man merkt von Beginn an deutlich, dass sie es nicht einfach hat. 

Prinz Leonard ist Thronfolger des Landes und Sohn von König Gisir und obwohl ich anfangs aus seinem Verhalten nicht schlau wurde, es teilweise sogar recht abstoßend fand, bin ich dann schließlich doch dahinter gekommen. Mal ist er Rahel gegenüber verschlossen und kalt, dann wieder offen und ehrlich und es stellt sich die Frage nach dem Warum. 

Besonders ans Herz gewachsen ist mir jedoch Komtesse Rieke von Wildenstein. Sie ist die einzige Freundin, die zu Rahel steht, für sie da ist und ihr hilft, wann immer es nötig ist. Zudem verbindet die beiden noch viel mehr als bloß Freundschaft, aber das kann und werde ich nicht verraten :)
   
Meine Meinung:
Ich bin absolut begeistert! Schon das Cover ist ein Traum und verrät im Nachhinein eine Menge über das Buch. Doch vollständig überzeugen konnte mich letztendlich der Klappentext, denn schon als ich das Wort Königshof gelesen hatte, wusste ich: Das ist ganz meine Kragenweite.
Der Einstieg in die Geschichte ist mir sehr leicht gefallen und man wird mitten ins Geschehen geworfen, das bedeutet, Rahels Leben im Dorf, eine grausame Hinrichtung und Begegnungen mit Personen, die einfach nur verabscheuenswürdig sind. Ich wollte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen, so gefesselt war ich von der Handlung. Vor allem, als dann die Sichtweise gewechselt wurde und man sich plötzlich in der Vergangenheit der Königsfamilie wiedergefunden hat. So wurden nach und nach die verschiedenen Fäden gesponnen, man wurde langsam an Rahels Geheimnis und auch die Geheimnisse der anderen Charaktere herangeführt, bis am Ende alles einen Sinn ergab. Zwar gab es einige Dinge, die ziemlich vorhersehbar waren, doch das hat der Spannung überhaupt keinen Abbruch getan, denn so musste ich einfach weiterlesen, um mich in meinen Vermutungen bestätigt zu sehen. Bis zum Schluss taten sich immer neue Rätsel auf, vor allem, da ich keine Ahnung hatte, was der König wirklich vorhat und was es mit dieser Dunkelheit, die seinen Regenten Ivald umgibt, auf sich hat.
Der Schreibstil setzt dem Ganzen noch die Krone auf. Das Buch liest sich flüssig, locker und sehr angenehm. Die märchenhaften, teils auch düsteren Orte werden detailliert beschrieben, sodass ich sie mir bildlich vorstellen konnte und doch entsteht keine Langeweile. Vor allem die Sprache des Königs ist beinahe schon poetisch, auch wenn ich zugegebener Maßen zu Anfang ein paar Probleme damit hatte. Einfach, weil ich es nicht gewöhnt war.      
Die Vielzahl der facettenreichen Figuren rundet die Geschichte super ab, es gibt eine Menge Bösewichter, aber natürlich auch liebenswerte und gütige Personen. Das alles in Kombination mit Magie verleiht dem Buch ihren zauberhaften, mitreißenden und märchenhaften Zug.


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